WDH: Neuer ING-Diba-Chef Jue will Gebühren möglichst vermeiden

dpa-AFX

(Wiederholung: Im ersten Absatz, zweiter Satz muss es "möglich" statt "mögliche" heißen.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der neue ING -Diba-Chef Nick Jue will die Privatkunden der Direktbank weiter vor Gebühren verschonen. "Ich werde dafür streiten, so lange wie möglich keine Gebühren zu haben", sagte Jue am Dienstagabend in Frankfurt bei seinem ersten Auftritt vor Journalisten seit dem Amtsantritt am 1. Juni.

Europas größte Direktbank ist nach einer Auswertung der Stiftung Warentest eines der wenigen Häuser in Deutschland, bei denen das Girokonto noch kostenlos ist. Etliche andere Institute haben die Preise erhöht. Denn weil die Europäische Zentralbank (EZB) die Zinsen im Euroraum quasi abgeschafft hat, brechen Banken die Einnahmen weg.

Jue geht davon aus, dass weiter viele wechselwillige Bankkunden zur ING-Diba kommen. Die Deutschen reagierten sehr sensibel auf Gebühren, führte er aus. Sobald ein namhafter Konkurrent die Preise erhöhe, steige der Zustrom neuer Kunden. "Das sieht man wirklich."

Auf die Frage, wann bei der Kundenzahl die Zehn-Millionen-Marke geknackt wird, antwortete der Niederländer: "Wenn wir alles so machen wie bisher, müsste es in zwei Jahren soweit sein." Ende 2016 zählte die Tochter der niederländischen Großbank ING 8,8 Millionen Privatkunden in Deutschland und Österreich. Obwohl die ING-Diba nicht mehr so offensiv um Spargelder warb, gewann sie netto 250 000 Kunden.

Wenn das Wachstum so anhalte, könne auch die Zahl der Mitarbeiter von derzeit knapp 4000 stabil bleiben, sagte Jue. "Das Ziel ist, das Wachstum immer so groß zu halten, dass wir keine Leute abbauen müssen." Der Manager stellte aber zugleich klar: "Wir müssen Kosten sparen, um am Ende nicht Gebühren verlangen zu müssen." Jue will die ING-Diba in den nächsten 18 Monaten "noch digitaler" aufstellen: "Dann gehen die Kosten normalerweise nach unten".

Die Eröffnung von Filialen lehne er nicht aus Prinzip ab, sagte Jue, betonte aber: "Bis heute habe ich keine Pläne, Filialen zu eröffnen, weil ich glaube, dass wir noch sehr viele Möglichkeiten digital, direkt und mobil haben, die Kunden zu bedienen."