WDH/Devisen: Eurokurs behauptet sich nach US-Zinssenkung über 1,11 US-Dollar

(Im dritten Absatz, letzter Satz wurde ein fehlender Buchstabe ergänzt: einmal.)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Eurokurs <EU0009652759> hat am Montag etwas von der überraschenden Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) profitiert. Die Gemeinschaftswährung wurde im Nachmittagshandel zuletzt mit 1,1131 US-Dollar gehandelt, nachdem sie zwischenzeitlich ein Tageshoch bei 1,1237 Dollar erreicht hatte. Vor dem Zinsschritt am Sonntagabend hatte der Euro noch um 1,1070 Dollar gependelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs am Montag auf 1,1157 (Freitag: 1,1104) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8963 (0,9006) Euro.

Der Dollar leidet ein wenig darunter, dass die amerikanische Notenbank wegen der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus den Leitzins um einen ganzen Prozentpunkt auf fast Null Prozent verringert hat. Zudem will die Fed die Wirtschaft mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Anleihekaufprogramm ankurbeln und Banken vorübergehend Notfallkredite gewähren, wie sie es bereits nach der großen Finanzkrise 2008 getan hatte.

Insgesamt aber hielten sich die Auswirkungen der Zinssenkung auf den Dollar in Grenzen. Zu anderen Währungen legte er sogar zu. "Offensichtlich ist der Devisenmarkt bereits in Schockstarre", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank. Hinzu komme, dass in den USA die Virus-Ausbreitung noch längst nicht so weit vorangeschritten sei wie in weiten Teilen Europas. "Noch ist also nicht klar, ob die US-Regierung - wenn es dort erst einmal soweit ist - ähnlich drakonisch verfahren wird wie die Europäer momentan", sagte Leuchtmann.

Auch andere Notenbanken handelten: Am Morgen kündigte die japanische Notenbank den Kauf weiterer Wertpapiere an. In Hongkong und Südkorea reagierten die Notenbanken mit Leitzinssenkungen. Die Notenbanken sind jedoch nicht in der Lage, die Unsicherheit zu verringern. So waren als sicher geltende Währungen wie der japanische Yen und der Schweizer Franken weiter gefragt.

Rohstoffwährungen aber wie der Kanadische Dollar, Norwegische Krone und der russische Rubel gerieten unter Druck. Ein Einbruch der Weltwirtschaft würde auch die Nachfrage nach Rohöl verringern.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90918 (0,89070) britische Pfund, 117,76 (119,11) japanische Yen und 1,0546 (1,0608) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1516 Dollar gehandelt. Das waren etwa 14 Dollar weniger als am Freitag. Als Ursache für den fallenden Goldpreis gelten Verkäufe durch spekulative Finanzanleger, die Verluste in anderen Anlageklassen ausgleichen müssen.