WDH: Deutlich höhere Kosten für Noteingriffe ins Stromnetz

dpa-AFX

(Im ersten Satz wurde ein überflüssiges Wort gestrichen.)

BAYREUTH (dpa-AFX) - Der Stromnetzbetreiber Tennet musste in den ersten vier Monaten des Jahres deutlich mehr Noteingriffe zur Stabilisierung des Stromflusses in Deutschland vornehmen. Die Kosten seien zu Jahresbeginn auch wegen des windreichen Januars im Vorjahresvergleich um mindestens 50 Prozent gestiegen, sagte Tennet-Deutschland-Chef Urban Keussen der Deutschen Presse-Agentur. "Die Anspannung im Netz ist hoch, und sie wird mit der Abschaltung weiterer Kernkraftwerke noch zunehmen", betonte Keussen.

2015 fielen für die Netzeingriffe bereits rund eine Milliarde Euro bundesweit an, davon etwa 700 Millionen Euro im Tennet-Netzgebiet. Im windschwachen Jahr 2016 sank der Aufwand bei Tennet nur leicht auf 660 Millionen Euro. Jetzt steigen die Kosten wieder deutlich. Zahlen muss das der Verbraucher über den Strompreis.

Solange Leitungen fehlen, um Windstrom von Norden nach Süden zu bringen, müssen vor allem im Herbst und Winter immer wieder Windparks gegen Kostenerstattung abgeschaltet und konventionelle Reservekraftwerke im Süden oder in Österreich hochgefahren werden. Umso wichtiger sei es, die geplanten Nord-Süd-Stromautobahnen ohne Verzögerungen fertigzustellen, sagte Keussen.