WDH: Bundesagentur beklagt Ungleichgewicht auf Lehrstellenmarkt

dpa-AFX

(Im letzten Satz der Meldung wurde berichtigt: in Teilen Hessens (statt: Brandenburgs).)

NÜRNBERG (dpa-AFX) - Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat wachsende Ungleichgewichte auf dem Lehrstellenmarkt beklagt. Zwar seien rein rechnerisch Angebot und Nachfrage in der Ausbildung nahezu ausgeglichen. Regional gebe es allerdings große Unterschiede, berichtete die Bundesbehörde am Donnerstag in ihrer Ausbildungsmarktbilanz für 2016/2017. Auch passten die Berufswünsche junger Menschen häufig nicht mit den angebotenen Berufsausbildungen überein, berichtete BA-Vorstandsmitglied Raimund Becker.

Nach seinen Angaben gab es zum Ende des Berufsberatungsjahres am 30. September 23 700 unversorgte Lehrstellenbewerber. Rechnet man jene 56 500 jungen Leute hinzu, die sich zwar für einen Job oder weitere Schulausbildung entschieden hätten, eigentlich aber weiterhin einen Ausbildungsplatz suchten, waren rund 80 000 junge Leute bei der Lehrstellensuche leer ausgegangen. Ihnen standen Ende September rund 48 900 unbesetzte Ausbildungsplätze gegenüber. Das waren rund 5500 mehr als 2015/2016.

Becker zeigte sich trotz der Ungleichgewichte zuversichtlich. Wenn Bewerber bereit seien, Abschied zu nehmen von ihrem Traumberuf, und Firmen auch schwächere Bewerber einstellten, gehe er davon aus, dass in den kommenden Wochen noch viele junge Leute eine Lehrstelle finden.

Insgesamt hatten Betriebe bis Ende September 549 800 Lehrstellen (plus 2800) den Arbeitsagenturen und Jobcentern gemeldet. Ihnen hätten 547 000 Bewerber gegenübergestanden - und damit genauso viele wie 2015/2016. Allerdings seien die regionale Unterschiede groß: Während in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen Firmen in bestimmten, weniger angesagten Branchen händeringend nach Berufsnachwuchs suchten, fehlte es in Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Teilen Hessens an Ausbildungsplätzen.