Watzke warnt: Ultra-Szene rückt zusammen

Hans-Joachim Watzke hält nichts von Investoren-Modellen im Fußball

Hans-Joachim Watzke hat vor der immer stärker werdenden Gewaltbereitschaft in und um die Fußballstadien gewarnt. 

"Ich glaube, dass es die Tendenz gibt, dass die Ultra-Szene stärker zusammenrückt", sagte der Geschäftsführer von Borussia Dortmund in einem Interview mit der Bild-Zeitung. Zuletzt hatten Hooligans von Hannover 96 bei einem Testspiel im englischen Burnley für Ärger gesorgt, als sie in den Zuschauer-Block der Gäste eindringen wollten. Die Polizei musste eingreifen, das Spiel wurde abgebrochen.

Appell an DFB und DFL

Watzke selbst war Anfang März persönlich mit einem geschmacklosen Graffiti von Hooligans bedroht worden.  Der BVB-Boss appellierte an die Verantwortlichen von DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL).


"Die Vorstände der Verbände, also DFB und DFL, sind bei diesem Thema auch gefordert – so wie wir Klub-Verantwortlichen. Auf einer sachlichen Ebene stehen wir als BVB immer zu Diskussionen mit allen Gruppen bereit. Vernünftig miteinander reden, ist die beste Lösung", erklärte Watzke. Allerdings gebe es klare Grenzen: "Wenn die überschritten werden, kann es keine Gespräche mehr geben." 

Auch Dynamo-Anhänger rufen Krieg aus

Der 58-Jährige monierte zudem, dass es aufgrund der "Gemengelage im Fußball" - Korruptionsskandale bei der FIFA und exorbitante Ausgaben auf dem Transfermarkt - schwer sei, Argumente für den Einsatz gegen gewaltbereite Fans zu finden. Denn Nachrichten über den vermeintlichen Verfall des Fußball sind Antriebsmittel für Hooligan-Szene.

Am Ende der vergangenen Zweitligasaison hatten Anhänger von Dynamo Dresden vor und während der Partie beim Karlsruher SC mit dem Slogan "Krieg dem DFB" Aufsehen erregt.