Wasserversorgung in Kapstadt wird trotz anhaltender Dürre später eingestellt

Trotz der dramatischen Dürreperiode soll die öffentliche Wasserversorgung in der südafrikanischen Millionenmetropole Kapstadt einen Monat später eingestellt werden. Der "Tag Null" verschiebt sich auf den 9. Juli

Trotz der dramatischen Dürreperiode soll die öffentliche Wasserversorgung in der südafrikanischen Millionenmetropole Kapstadt einen Monat später als erwartet eingestellt werden. Der "Tag Null", an dem die Wasserleitungen trocken bleiben, habe sich einer neuen Prognose der Behörden zufolge vom 4. Juni auf den 9. Juli verschoben, teilte der stellvertretende Bürgermeister, Ian Neilson, am Dienstag mit.

Der Import von Wasser aus einer Nachbarregion, in der genug Regen gefallen sei, und die Erfolge beim Wassersparen durch die Kapstadter hätten sich auf den "Tag Null" ausgewirkt, erklärte Neilson.

Dennoch appellierte er an die Bevölkerung, weiterhin sehr sparsam mit Wasser umzugehen. Die Kapstadter dürfen seit Anfang Februar nicht mehr als 50 Liter pro Person und Tag verbrauchen, um den "Tag Null" hinauszuzögern. Diese Menge entspricht einer dreiminütigen Dusche.

Sollte der "Tag Null" eintreten, müssten sich die Bewohner der Stadt an einem von 200 öffentlichen Wasserrohren anstellen. Sie erhielten dann nur noch 25 Liter am Tag.

Die mit vier Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Südafrikas kämpft mit einer der schlimmsten Dürreperioden seit 100 Jahren. Jeden Tag, an dem in der Stadt mehr als 450 Millionen Liter Wasser verbraucht werden, rückt der "Tag Null" näher. In der vergangenen Woche etwa lag der tägliche Verbrauch im Schnitt bei 523 Millionen Litern. 2016 hatte der tägliche Verbrauch bei 1,1 Milliarden Litern gelegen.

Kapstadts von der oppositionellen Demokratischen Allianz gestellte Stadtverwaltung steht dennoch in der Kritik. Ihr wird vorgeworfen, auf Warnungen von Experten nicht gehört und erst spät Maßnahmen zur Einschränkung des Wasserverbrauchs ergriffen zu haben.

Die südafrikanische Regierung hatte vor einer Woche angesichts der anhaltenden Dürre und des damit verbundenen akuten Wassermangels in Kapstadt den landesweiten Katastrophenzustand ausgerufen. Damit übernahm die Regierung persönlich das Krisenmanagement.