Wasserschaden: Turnhalle in Mainstraße bleibt auch nach Auszug der Flüchtlinge gesperrt

Der Starkregen im Juli hat auch die Halle in Rodenkirchen in Mitleidenschaft gezogen.

Eineinhalb Jahre lang waren Flüchtlinge in der Turnhalle an der Mainstraße untergebracht, in der Zeit war dort kein Sportunterricht möglich. Betroffen waren die direkt angrenzende Grüngürtelschule und die benachbarte Ernst-Moritz-Arndt-Schule (EMA). Aber auch das Gymnasium Rodenkirchen war beeinträchtigt, zumal die eigene kleine Turnhalle in der Zeit wegen Sanierung geschlossen war.

Der Turnverein Rodenkirchen (TVR) konnte die große Dreifachhalle an der Mainstraße ebenfalls nicht nutzen, musste seine Angebote einschränken und auf andere Hallen ausweichen.

Flüchtlinge zogen im Mai aus der Halle aus

Im Frühjahr dieses Jahres zogen die Flüchtlinge aus, am 3. Mai war sie wieder frei. Der Fußboden der Halle musste danach hergerichtet werden, aber die Arbeiten gingen zügig voran und die Erleichterung bei den Schulen und beim TVR war groß.

Aber aus der rechtzeitigen Nutzung zum Schulbeginn wurde trotzdem nichts. Beim außergewöhnlich starken Regen und dem Unwetter Mitte Juli wurden nicht nur Straßen und Wohnungen überflutet, sondern es drang auch Wasser in die Turnhalle an der Mainstraße ein.

Sportunterricht findet auf Gängen und Hof statt

Zwei Tage lang stand offenbar die Halle am Wochenende unter Wasser, wie Silvia Behrendt berichtet. Sie ist die Vorsitzende der Schulpflegschaft an der Grüngürtelschule. Der neue Schwingboden sei so sehr in Mitleidenschaft gezogen worden, dass er vermutlich komplett ausgetauscht werden müsse. Das sei umso bedauerlicher, weil der nagelneue Hallenboden schon fertig war nach der Renovierung. 

„Die Verwaltung hatte sich sehr ins Zeug gelegt“, sagt Silvia Behrendt, die selbst zwei Söhne an der Grüngürtelschule hat. Die Bereitstellung der Turnhalle zum Schulbeginn hätte geklappt, wäre da nicht der Starkregen dazuwischen gekommen. Für die Grundschulen heißt das, dass weiterhin Sportunterricht auf den Gängen und auf dem Schulhof stattfinden muss, dass wie vordem freie Sportzeiten von der Gesamtschule eingeholt werden müssen, was allerdings wegen der aktuellen Aufstockung der Gesamtschule um zwei Klassen schwierig werden wird.

„Das ist fatal“, sagt auch Iris Januszewski, die Vorsitzende des TV Rodenkirchen. „Wir sind ja schon alle Überlebenskünstler geworden“, ergänzt sie. Viele Ausweichmöglichkeiten und Übergangslösungen seien gesucht und gefunden worden.

„Wir haben Sportgruppen zusammen gelegt, Geld in die Hand genommen und private Hallen angemietet und versucht, viel Freiluftsport zu machen“, sagt die Vereinsvorsitzende. Mit dem Auszug der Flüchtlinge habe man gedacht, dass sich die Lage entspanne, aber sogar das Gegenteil sei nun der Fall. Durch die Erweiterung der Gesamtschule sei deren Turnhalle noch stärker belegt. Und Draußen-Sport sei in der kalten Jahreszeit schlecht möglich, für den Winter habe sie jedenfalls noch nicht alle Gruppen untergebracht. Sie rechnet im schlimmsten Fall damit, dass die große Dreifachhalle in diesem kompletten Schuljahr nicht mehr zur Verfügung stehen werde. „Das ist schon krass“, betont sie.

Stadt versucht Schaden der Halle zu ermitteln

Das Gymnasium Rodenkirchen kann zwar seit Beginn des Schuljahres über ihre eigene Turnhalle verfügen – die Sanierung ist fertig. Aber die vergleichsweise kleine Einfachturnhalle reiche längst nicht aus für den kompletten Sportunterricht der mehr als 1000 Schülerinnen und Schüler.

„Wir werden wieder viel draußen sein und in Sportstudios gehen“, sagt die Schulleiterin Almuth Roselieb. Ersatzlösungen müssten gefunden werden, zumindest bis zum Ende des ersten Halbjahres. Im Frühjahr 2018 werde die große Turnhalle an der Mainstraße wieder freigegeben, damit rechne sie fest.

Von städtischer Seite heißt es, dass derzeit ein Bausachverständiger damit beauftragt sei, den genauen Schadensumfang zu ermitteln und ein Sanierungskonzept zu erarbeiten. Das Gutachten liege aber noch nicht vor, betont Jürgen Müllenberg vom Presseamt. Erst nach dem Gutachten könnten Angaben gemacht werden über Umfang und Dauer der erforderlichen Sanierung. Wann der Gutachter seine Arbeit abgeschlossen habe, stehe noch nicht fest....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta