"Das Wasser im Meer": Wochenende der bitteren Wahrheiten am Hans Otto Theater

Ein wichtiges, ein gutes Stück und eine gelungene Inszenierung: „Das Wasser im Meer“ von Christoph Nussbaumeder am Hans Otto Theater

Das Thema Flucht und Vertreibung ist ein weites Feld. Die gerade zu Ende gegangene Documenta in Kassel hat den Bogen ganz weit gespannt und sich daran abgearbeitet – verkopft und wenig sinnlich. In Erinnerung geblieben sind Räume, in denen gefühlt über 100 Seiten bedrucktes Papier an den Wänden hing. Lange gestritten wurde über die Ausstellungskonzeption des in Berlin geplanten Zentrums gegen Vertreibungen; es ging um die Frage, wie und vor allem in welchem Kontext an die zwangsweise Umsiedlung von etwa 15 Millionen Deutschen nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs erinnert werden soll.

Auf dem Theater wird die Flucht der Täter eher selten verhandelt. Aber nun hat sich der in Berlin lebende Autor Christoph Nussbaumeder dieses Themas angenommen. Am Wochenende kam "Das Wasser im Meer" unter der Regie von Stefan Otteni am Potsdamer Hans Otto Theater als deutsche Erstaufführung heraus: ein "well made play" mit vielen überraschenden, aber nie aufgesetzt wirkenden Wendungen. Die Uraufführung fand im österreichischen Linz statt, der Autor hat sein Stück für Potsdam überarbeitet und auch die Spielhandlung in Deutschland angesiedelt.

Nussbaumeder hat sich ein bisschen von Tschechows "Drei Schwestern" inspirieren lassen – man sitzt zusammen, isst, trinkt, redet, zum Schluss brennt es und ein alter Mann irrt herum, hier ist es der Tierarzt (Roland Kuchenbuch) –, aber auch von "König Lear" und Vinterbergs "Das Fest". Zu seinem 80. Geburtstag lässt der nach dem Tod seiner Frau mit einer Katze ...

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