Washington erlässt Reiseverbot für US-Bürger nach Nordkorea

Die USA haben ein Reiseverbot für US-Bürger nach Nordkorea ab dem 1. September erlassen. Als Begründung nannte das State Department das "hohe Risiko" von Festnahmen und langen Haftstrafen in Nordkorea

Die USA haben ein Reiseverbot für US-Bürger nach Nordkorea erlassen. Ab dem 1. September seien US-Pässe für Reisen in das Land ungültig, hieß es am Mittwoch in einer vom Außenministerium in Washington veröffentlichten Erklärung. Als Begründung hatte das State Department zuvor das "hohe Risiko" von Festnahmen und langen Haftstrafen in Nordkorea genannt. Bereits vor knapp zwei Wochen war das Verbot erstmals angekündigt worden.

Das Reiseverbot gilt zunächst ein Jahr lang - falls Außenminister Rex Tillerson es nicht früher aufhebt. Ausnahmen von dem Verbot soll es für Reisen zu humanitären oder journalistischen Zwecken geben.

Das US-Außenministerium warnt schon länger vor Reisen nach Nordkorea. Der im Juni verstorbene 22-jährige US-Student Otto Warmbier war während einer solchen Reise im März 2016 wegen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel ins Koma und wurde schließlich "aus humanitären Gründen" freigelassen. Wenige Tage nach seiner Rückkehr in die USA starb er.

Nach Einschätzungen von Reiseveranstaltern wird der Erlass die Anzahl westlicher Touristen nach Nordkorea erheblich reduzieren. Aktuell machten US-Bürger etwa 20 Prozent davon aus, sagte Simon Cockerell, Manager des marktführenden Reisebüros Koryo Tours. Insgesamt besuchen jährlich etwa 5000 westliche Touristen in das international weitgehend isolierte Land.