Was hinter der "Catfish Challenge" auf TikTok steckt

Antonia Wallner
·Freie Autorin
·Lesedauer: 2 Min.

Auf TikTok macht derzeit die “Catfish-Challenge“ die Runde. Dabei geht es mal um etwas, das den typischen Social-Media-Challenges sonst eher fehlt: erfrischende Ehrlichkeit.

Nuremberg, Germany - Oktober 04, 2020: Tiktok and Instagram, Facebook and Twitter application on screen Apple iPhone X. The composition ist on a neutral Background.
Auf TikTok geht derzeit die "Catfish Challenge" um. (Symbolbild: Getty Images)

Bei dem Wort “Catfish“, zu deutsch Wels oder Seekatze, denkt man zuerst an schleimige Tiere, die im Wasser leben. Vielleicht kommt einem auch noch eine kreative Assoziation mit einer Katze und Wasser in den Sinn. Im Netz hat das Wort allerdings noch eine andere Bedeutung. Dort gibt sich ein “Catfish“ als jemand anderes aus, entweder als echte oder auch als eine erfundene Person.

Im Fall der “Catfish Challenge“ geht es auf TikTok also nicht um Fische oder Katzen, sondern um genau diese Verwandlung.

Gegen den “Filter-Wahn”

Konkret: Die Verwandlung, die man mithilfe der unzähligen Filter erreichen kann, die es vor allem auf der Plattform Snapchat gibt. Vom Kussmund über volle Wimpern bis zum makellosen Teint gibt es nichts, was die Wunderfilter nicht können. Dass der Nutzer am Ende kaum noch wie er selbst aussieht, nehmen die meisten gerne in Kauf.

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Die “Catfish Challenge“ zieht diesen “Filter-Wahn“ bewusst ins Lächerliche. Gestartet hat die Challenge die australische TikTok-Nutzerin @moldogaa, die einen Clip von ihrem überbearbeiteten Filter-Ich teilte, um sich dann so zu zeigen, wie sie wirklich aussieht. Dazu sagt sie buchstäblich schnaubend vor Lachen im Video: “Habe gerade dieses Foto auf Snapchat gemacht – aber so seh ich doch nicht wirklich aus, Catfish, Miauuu“.

Ihre rund 87.000 Follower griffen die Challenge gerne auf – und ahmten die Australierin nach, indem sie den Satz von @moldogaa über Videos von ihren eigenen Vorher-Nachher-Ichs legten.

Und dabei toben sie sich richtig aus – zum Teil wirken die bearbeiteten Gesichter wie Avatars in einem surrealen Game.

Doch das Wichtigste dabei ist: Die Frauen können über sich selbst lachen – und erteilen dem “Filter-Wahn“ eine klare Absage.

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