Warums Russlands Ukraine-Krieg eine weltweite Hungersnot schürt

"Lebensmittel sind zu einer Waffe des Kremls geworden, das können wir nicht tolerieren."

Die EU-Kommissionspräsidentin wirft Moskau vor, mit dem Hunger der Menschen Krieg zu führen, indem es Getreidelieferungen aus dem Hafen Odessa blockiert oder sogar Getreide stiehlt.

Damit verschärft sich die globale Versorgungslage, die wegen der Covid-Pandemie und Störungen in der Lieferkette ohnehin angespannt war.

Russland und die Ukraine repräsentieren zusammen etwa 28 Prozent der weltweiten Produktion von Weizen,

29 Prozent von Gerste, 15 Prozent von Mais und 75 Prozent Prozent von Sonnenblumenöl.

Der Konflikt stört direkt die materielle und logistische Marktdynamik in der Schwarzmeerregion – eine wichtige Route für Weizen, Futtergetreide und Sonnenblumenprodukte zu den Weltmärkten, insbesondere für den Nahen Osten und Nordafrika.

Ein Teil einer Lösung könnte jetzt von anderen Erzeugerländern auf der ganzen Welt kommen, die den Rest der Welt ernähren könnten, aber bereits 23 Länder haben aufgrund extremer Klimaphänomene und der Angst vor heimischer Knappheit strenge Beschränkungen für Lebensmittelexporte erhoben.

Indien etwa erklärte wegen einer schweren Hitzewelle sogar völlige Ausfuhrverbote.

Indien habe eigentlich der letzte Ausweg und die letzte Hoffnung für die Stabilität des Weizenmarktes sein sollen, sagt Eugenio Dacrema vom Welternährungsprogramm. Doch nach diesem Klimaschock, der die Prognose für die nächste Ernte reduziert habe, gehe nichts mehr ins Ausland. Das sei ein großes Problem, denn es gebe Länder, die ein Defizit in der heimischen Produktion hätten. Je weniger Länder aber nun wichtige Grundnahrungsmittel wie Weizen exportieren könnten, desto größer würden Instabilität und Hunger.

Bereits im März prognostizierte das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, dass weltweit weitere 47 Millionen Menschen in Ernährungsunsicherheit geraten würden, wenn der Konflikt nicht bis Ende Mai beendet würde.

Aber die Dinge scheinen noch schlimmer zu sein, denn die Auswirkungen waren in den letzten zwei Monaten noch größer als erwartet.

Die gestiegenen Lebensmittelpreise hätten in vielen Ländern Proteste ausgelöst, so Dacrema, etwa in Kenia und Pakistan. Da der Krieg aber noch nicht vorbei sei, seien auch die Probleme auf dem internationalen Lebensmittelmarkt noch nicht vorbei. Wahrscheinlich fingen sie gerade erst an, die Krise dürfte sich also noch verschärfen.

Neben militärischen Konflikten haben Dürren, Überschwemmungen, Hurrikane und Wirbelstürme wiederholt Landwirtschaft und Viehzucht dezimiert - damit droht ene neue Massenimigration.

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