Warum sich Superhelden-Filme für immer verändern könnten, wenn Disney 20th Century Fox übernimmt

Superhelden-Filme könnten sich erheblich verändern. Das heißeste Gerücht der Woche aus Hollywood ist, dass Disney erneut versucht, 20th Century Fox‘ Filmstudio und TV-Kanäle zu übernehmen und „Deadline“ berichtet: „Disney macht bezüglich der gemunkelten Übernahme von Fox schnelle Fortschritte. Bei der Version, von der ich gehört habe, behält der Murdoch-Clan die Sport- und Nachrichtenkanäle und der Rest der TV-Sender und das Filmstudio gehen an Disney. Derzeit herrscht Funkstille von beiden Studios und wenn man bedenkt, wie Disney die Marvel- und Lucasfilm-Deals unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit abgeschlossen hat, dann werden wir wohl erst erfahren, dass es passiert ist, wenn es öffentlich verkündet wird. Es wird mit Sicherheit heute darüber verhandelt.“

Das wäre ein Mega-Deal in der Branche. Wenn Disney 20th Century Fox zu seinem Portfolio hinzufügt, zu dem bereits Marvel, Lucasfilm und – nun ja – Disney gehören, dann wird das Unternehmen damit quasi unaufhaltbar.

Aber das ist das Problem von Paramount, Universal und Sony – Comicbuchfans haben dagegen mit einer ganz eigenen Auswirkung des potenziellen Deals zu kämpfen.

Wenn der Deal zustande kommt, erhält Marvel die einzigen Comicbuch-Rechte, die sie derzeit noch nicht haben. Sie haben dank des Sony-Deals bereits Sipder-Man. Und wenn Disney nun Fox übernimmt, dann umfasst das auch X-Men, Fantastic Four und Deadpool – was vielleicht nicht nach viel klingt, aber X-Men ist ein ganzes Universum an Figuren, Fantastic Four könnte das Juwel in Marvels Krone werden und Deadpool ist unentbehrlich für die Zukunft des ganzen Superhelden-Genres.

Und wenn man die aktuellen Äußerungen von Kevin Feige hört, dann klingt es so, als würde Marvel schon für diese Möglichkeit planen: „Wir haben weitere 20 Filme auf dem Plan, die alle völlig anders sein werden als alles, was es bisher gab – absichtlich.“

„Es wird zwei wesentliche Zeitabschnitte geben: Alles vor Avengers 4 und alles danach.“

In Anbetracht der aktuellen Neuigkeiten sind dies ziemlich interessante Aussagen. 20 neue Filme zu planen, wird plötzlich sehr einfach, wenn Marvel alle seine Figuren unter einem Dach hat. Allein das X-Men-Universum könnte 20 neue Filme liefern.

Nicht zu vergessen, wie wertvoll Fantastic Four plötzlich in den Händen von Marvel wird. Das angeschlagene Franchise könnte im MCU neuen Schwung bekommen – etwas, nach dem sich Fans bereits vor Josh Tranks schrecklicher Interpretation der Charaktere sehnten.

Wenn sie es richtig anstellen, wird dies Marvel als jene Marke weiter bestärken, die alles erreichen kann – man denke nur an die Wunder, die sie aktuell mit Spider Man vollbracht haben.

Aber was an Disneys potenziellen Fox-Deal wirklich faszinierend ist, ist nicht die Tatsache, dass wir einen neuen Wolverine erstmals in seinem berühmten gelben Kostüm zu Gesicht bekommen werden (auch wenn Hugh Jackman in seiner Rolle wirklich unglaublich gut war, werden wir doch immer traurig sein, dass er nicht das Outfit aus den Comicbüchern trug), auch nicht die Tatsache, dass wir wahrscheinlich George Clooney als Mr. Fantastic sehen werden, wir er das Fastasticar fährt. Nein, es geht darum, was sie mit Deadpool machen werden.

Deadpool ist im Prinzip ein Franchise-Auffrischer – wann immer eine von MCUs Reihen ein wenig abgedroschen wird, können sie Ryan Reynolds einbinden (vorausgesetzt sie behalten ihn für die Rolle – und wir sehen keinen Grund, warum sie dies nicht tun sollten), um die Filmreihe, die an Pepp verloren hat, zu parodieren/auseinanderzunehmen und ihr so zu neuem Schwung zu verhelfen. Denken Sie nur an „Thor: Tag der Entscheidung“, aber noch viel mehr.

Der „Söldner mit der großen Klappe“ wäre in „Tag der Entscheidung“ gut aufgehoben gewesen.

Aber wie werden all diese Charaktere plötzlich auftauchen? Ganz einfach, Marvel hat ein Multiversum (im Prinzip versteckt in Paralleluniversen, die unterschiedliche Versionen jedes Marvel-Helden beinhalten), das während des Infinity-Krieges vorgestellt werden könnte, wenn Thanis alle Infinity-Steine zusammen hat.

Evangeline Lilly als The Wasp

Wenn man Evangeline Lilly aus „Ant-Man and the Wasp“ glauben kann, dann klingt das nach genau dem, was MCU vorhaben könnte.

„Als ich vom Infinity-Krieg hörte und der Richtung, die sie einschlagen, hatte ich diesen Moment der Erkenntnis: ,Oh wow, das ist für mich wegen des Lost-Franchise eine Art Déja-Vu’“, sagte Lilly. „Wir berühren diese Staffel die vierte Dimension, womit sich alles verändert und man den festen Boden unter den Füßen verliert.“

Ja, klingt wie Parallelwelten für uns. Vielleicht ist es das Multiversum, wo sich die X-Men die ganze Zeit versteckt haben?

Aber bevor Sie jetzt ihr Cyclops-Cosplay-Kostüm anlegen, um zu feiern – es gibt auch eine Kehrseite.

Fox’ Filmabteilung hat sich in letzter Zeit in eine verlässliche Quelle für interessante Superhelden-Filme verwandelt und ihr Ansatz für die Franchises ist im Allgemeinen ungewöhnlich/riskant (denken Sie als Beweis aus diesem Jahr nur an „Logan“ und „Planet der Affen: Survival“).

Wenn Fox in Disney eingegliedert wird, verlieren wir sowohl eine starke Stimme als auch einen cleveren Konkurrenten – einen, der Disney stets angetrieben hat.

Dies bedeutet, falls Disney eine schlechte Zeit hat (das scheint zwar derzeit unmöglich, aber wir alle können einmal scheitern), dann haben wir ein Problem. Wer kann uns dann noch Superhelden-Kino liefern? Universal? Paramount? SONY? Die Wiedergeburt der DC-Filme von Warner Brothers nach dem Misserfolg mit Justice League scheint plötzlich sehr viel wichtiger als zuvor.

Aber denken wir jetzt erst einmal positiv – Fans fordern seit langem lautstark, dass Marvel alle seine Haupttitel zurückbekommt und jetzt könnte genau dies geschehen. Und nicht nur das, sondern die legendären Charaktere, die außerhalb von Marvel in Graphic Novels adaptiert wurden, könnten bei Disney neu aufgelegt werden. Vergessen Sie „Alien Vs. Predator“, Sie könnten stattdessen sehen, wie der Xenomorph bei den „Guardians of the Galaxy“ einfällt oder Kraven, der Jäger die Predator aufspürt.

Im Prinzip wird Disney nach Abschluss des Deals unendliche Möglichkeiten haben – aber sie werden, so hoffen wir zumindest, auf die Weisheit einer ihrer bekanntesten Charaktere vertrauen. Denn was hat Uncle Ben über „große Macht“ nochmal gesagt?

Sam Ashurst