Warum Jeff Bezos seinen Mitarbeitern Power Point verbietet

Wer Führungskraft bei Amazon ist und Jeff Bezos mit einer Power-Point-Präsentation kommen will, hat gleich verloren. Der Amazon-Chef hat sie ausdrücklich verboten. Doch was will er damit erreichen?

Power Point kommt Jeff Bezos nicht in die Tüte (Bild: AP)

Es liegt auf der Hand, dass ein Mann, der so erfolgreich ist wie Jeff Bezos, einige Dinge anders macht als die anderen. Wie aus einem Brief des Amazon-Chefs an die Aktionäre und Mitarbeiter hervorgeht, kann der reichste Mann der Welt bei Meetings eines überhaupt nicht leiden: Power-Point-Präsentationen, wie sie in den meisten Unternehmen gang und gäbe sind.

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Warum er seinen Führungskräften regelrecht verbietet, ihn und andere damit zu belästigen? Kaum sind die Präsentationen vorbei, können sich die Zuhörer kaum mehr an das Gesagte und Gezeigte erinnern. Um diesem Missstand abzuhelfen, sind die Amazon-Mitarbeiter angehalten, narrative Memos zu erstellen. Diese sollen nicht länger als sechs Seiten sein und eine zusammenhängende Geschichte erzählen. Durch den beschränkten Platz sind die Vortragenden gezwungen, die wesentlichen Punkte hervorzuheben und Unwichtiges wegzulassen.

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Der “Kulturschock“ für einige Führungskräfte, als den Bezos die Neuerung beschreibt, geht auf eine seit Urzeiten gebräuchliche Erzählform zurück: Das Magazin “t3n“ bezieht es auf die seit Jahrtausenden geübte Praxis, dass Menschen um ein Lagerfeuer herumsitzen und sich dabei Geschichten erzählen. Durch die Erzählstruktur werden auch Emotionen vermittelt, die dafür sorgen, dass das Gehörte besser im Gedächtnis bleibt.