Warum Ihr Vermieter bald Aldi oder Lidl heißen könnte

Discounter wie Aldi oder Lidl werden gezwungen, Wohnraum zu schaffen. (Bild: Getty Images)

Dass der Wohnraum in Ballungszentren immer knapper wird, ist nichts Neues. Die Taktik einiger Städte, zur Verbesserung der Situation auch Discounter in die Pflicht zu nehmen, hingegen schon. Eine Strategie, von der am Ende tatsächlich alle profitieren könnten.

Hamburg mausert sich gerade zum Vorreiter der intelligenten Stadtentwicklung. Wie in allen deutschen Großstädten ist natürlich auch in der Hansestadt der Wohnraum knapp, die Mieten werden seit Jahren immer teurer. Um daran etwas zu ändern, setzt die Stadt auf die Kombination aus Einzelhandel und Immobilien. Konkret bedeutet das: Discounter, die Supermärkte bauen möchten, müssen zeitgleich auch Wohnraum schaffen.

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Haben Aldi, Lidl, Edeka & Co. bislang vorzugsweise flache Gebäude gebaut, in denen ausschließlich Supermarkt und Lagerfläche Platz finden, sind sie nun gezwungen, in die Höhe zu gehen. „In Ballungsräumen wie Hamburg muss man Kompromisse eingehen, um künftig etwas zu erreichen“, sagt der Immobilienbeauftragte Maurice Witt dazu zum „Hamburger Abendblatt“.

Eine Strategie, die aufzugehen scheint: Aldi Nord tritt der Zeitung zufolge in Hamburg bereits in 58 Wohnungen als Vermieter auf – weitere sind geplant. Und auch Lidl verfolge einen ähnlichen Plan. „Effizient und intelligent” nennt Bezirksamtsleiter Kay Gätgens das systematische Aufstocken der Supermärkte. „Wir schaffen das Planrecht, um Wohnraum auf Discountern zu ermöglichen.”

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Schon bald könnten andere Städte diesem Beispiel folgen. In Berlin etwa plant Aldi Nord an mindestens 30 Standorten gemischt genutzte Immobilien und möchte mehr als 2000 Wohnungen schaffen.

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