Warum Hunde so gut für unsere Gesundheit sind

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Die Nähe zu Hunden tut gut – nicht nur älteren Besitzern. (Bild: Getty Images)

Die wachsamen und angenehm anhänglichen Vierbeiner haben nachgewiesenermaßen einen positiven Einfluss auf unsere körperliche und geistige Gesundheit. Das belegen zahlreiche Studien, die zum Teil mit ihren Ergebnissen überraschen.

Puppies first!

Hunde sind hierzulande nach Katzen das zweitbeliebteste Haustier. In Deutschland gibt es rund 10 Millionen Hundebesitzer. Im Jahr 2017 waren es laut Statista in Deutschland 8,76 Millionen Haustierbesitzer, die einen Hund als Haustier und rund 1,4 Millionen, die zwei Hunde hatten. Die beliebtesten Hunderassen sind übrigens der Deutsche Schäferhund, der Dackel und der Deutsch Drahthaar. Es gibt in Deutschland interessanterweise mehr Haushalte mit Hunden als mit Kindern: Die Zahl der Familien mit minderjährigen Kindern betrug 2017 nur 8,2 Millionen.


Acht Gründe, warum Hunde gut für die Gesundheit sind:

1. Hunde halten körperlich fit

Der Hund muss raus – das ganze Jahr über, bei Wind und Wetter. Durch das Gassigehen sind Hundebesitzer körperlich aktiver als Hundelose. Einen Grund zu haben, um in Bewegung zu bleiben, ist immer gut – es ist aber besonders wichtig für ältere Menschen, deren Aktivität abnimmt, je älter sie werden. Gemäß einer Studie der University of East Anglia unter 3.000 Senioren bewegten sich Hundebesitzer täglich 30 Minuten länger als Hundelose. Interessanterweise hätten Hundebesitzer durch ihre Vierbeiner sogar an kalten, nassen und dunklen Tagen mehr Zeit im Freien verbracht als Hundelose an sonnigen und warmen Tagen draußen gewesen seien, betont der Projektleiter Professor Andy Jones von der Norwich Medical School der University of East Anglia.


2. Hunde stärken das Immunsystem

Bewegung, vor allem im Freien, und der Wechsel warm-kalt stärken bekanntlich das Immunsystem. Hundebesitzer müssen bei jedem „Hundewetter“ rausgehen, selbst bei klirrender Kälte. Sie tun damit nicht nur ihrem geliebten Weggefährten, der den täglichen Freilauf braucht, etwas Gutes: Sie reduzieren gleichzeitig ihre Anfälligkeit für Erkältungen und andere Infekte.

3. Hunde können das Allergierisiko senken

Apropos Immunsystem: Bei Kindern haben einer amerikanischen Langzeitstudie zufolge Hunde Einfluss auf das Allergierisiko. Laut der Detroit Allergy Study von 2011 unter Ganesa Wegienka entwickelten Jungen, die das erste Lebensjahr mit Hunden verbrachten, später nur halb so oft eine Tierallergie. Bei Mädchen wurde hingegen kein Unterschied festgestellt.


4. Hunde verbessern das geistige Wohlbefinden

Hunde verringern die Einsamkeit, denn durch sie entstehen sehr leicht und quasi automatisch soziale Kontakte. Schnell wird man in einen Small Talk über die Eigenheiten des Vierbeiners verwickelt. Oder ein Lächeln von anderen Passanten muntert den Besitzer auf. Dies ist neben dem Fitness-Aspekt vor allem bei älteren Menschen wichtig, die allein leben und nicht so viele soziale Kontakte haben wie Jüngere.

Auch das Gefühl, sich um jemanden kümmern zu müssen, sowie die liebevolle Verbindung zwischen Mensch und Tier steigern das Wohlbefinden bei Menschen jeden Alters. Mit Hunden kann man interagieren wie mit Säuglingen. Sie verstehen die kommunikativen Absichten ihres Gegenübers, denn Hunde kommunizieren selbst durch Körpersprache und Gesichtszüge. Sie können dadurch unsere Stimmungen, Wünsche und was uns glücklich macht, besser erkennen. Das unterstreicht auch eine Studie, die 2012 im Magazin Current Biology publiziert wurde. Nicht verwunderlich, dass manche Menschen einen Hund als Familienmitglied empfinden und bezeichnen.


5. Hunde helfen bei Depressionen

Der Winter-Blues hat bei Hundebesitzern keine Chance. Einigeln gegen die Kälte geht nicht, denn der vierbeinige Mitbewohner ist aufgeweckt wie immer und will nach draußen, zum Laufen und Springen!

Hunde schützen aber nicht nur vor der jahreszeitlich bedingten Depression, die manche Menschen entwickeln. Laut einer Studie von 2012 am Zentrum für Seelische Gesundheit in Marienheide unter der Leitung von Dr. Andreas Sobottka gehen bei Depressiven durch eine zusätzliche hundegestützte Therapie depressive Symptome deutlich schneller zurück.

6. Hunde erhöhen die Lebenserwartung von Singles

Hunde halten fit und helfen gegen das Gefühl von Einsamkeit. Bei Alleinstehenden macht sich der Hundebesitz auch in der Lebenserwartung bemerkbar – das zeigt eine zwölfjährige Studie an der Universität Uppsala mit 3,4 Millionen erwachsenen Schweden, 2017 erschienen im Fachmagazin Scientific Reports. Die Sterblichkeit bei Singles war bei den Hundebesitzern 33 Prozent geringer und ihr Herzinfarktrisiko um 11 Prozent niedriger als bei Hundelosen.


7. Hunde verringern Stress

Der Körperkontakt mit Hunden wie Streicheln und Kuscheln, das gemeinsame Herumtoben und Spielen sowie die süßen Blicke aus treuen Hundeaugen wirken beruhigend auf Menschen. Dadurch tragen Hunde zur Entspannung und Verringerung von Ängsten bei. Die State University of New York in Buffalo hat erforscht, dass Hunde bei Menschen den Blutdruckanstieg in Stresssituationen reduzieren und Menschen in Gegenwart von Hunden geringere Stressreaktionen zeigen. Der Kontakt mit dem Hund löst Glücksgefühle aus und reduziert das Stresshormon Cortisol.


8. Hunde reduzieren HNO-Beschwerden bei Babys

Die Studie des Universitätsklinikums Kuopio in Finnland von 2012 mit 397 neugeborenen
Babys ergab: Mit Kontakt zu Hunden (oder Katzen) hatten die Kleinen seltener Ohrenentzündungen, Husten oder Schnupfen und bekamen dadurch weniger Antibiotika verabreicht.

Fazit: Die Nähe zu Hunden kann sich richtig positiv auf die Gesundheit auswirken, egal ob bei Babys, bei Menschen jungen oder mittleren Alters oder bei Senioren!