Warum du schnell an Händen und Füßen frierst und was du dagegen tun kannst

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Im Winter kalte Hände zu haben, ist in den allermeisten Fällen nicht weiter besorgniserregend – dafür aber ganz schön nervig. Wie du dich schnell wieder aufwärmen kannst und welche Anzeichen du ernst nehmen solltest, erklären wir dir hier.

Vor allem Frauen leiden im Winter oft an kalten Händen und Füßen. (Bild: Getty Images)

Bei Kälte verengen sich zuerst die Gefäße in den äußersten Gliedmaßen (Extremitäten) – also in Fingern und Zehen, ebenso an der Nasenspitze, am Kinn und an den Ohrläppchen. Das hat ganz einfach den Hintergrund, dass der Körper zuerst die Areale versorgt, die überlebenswichtig sind. Die Blutversorgung in Armen und Beinen wird bei Kälte also gedrosselt, um zu verhindern, dass der Körper unnötig Wärme an die Umgebung verliert und die optimale Versorgung deiner Organe gewährleistet ist. So viel zum medizinischen Hintergrundwissen der kalten Hände und Füße im Winter. Aber: Was kannst du neben warmer Kleidung dagegen tun?

Regelmäßige Wechselbäder

Grundsätzlich hilft alles, was den Kreislauf ordentlich in Schwung bringt. Dazu gehören auch Wechselbäder aus warmem und kaltem Wasser. Halte die Unterarme fünf Minuten in warmes Wasser und anschließend sofort für ca. 15 bis 20 Sekunden in kaltes Wasser. Wiederhole diesen Vorgang zwei- bis dreimal. Wechselbäder helfen übrigens auch hervorragend gegen kalte Füße: Hierfür die Beine kniehoch ins Wasser tauchen. Wenn du das jeden Morgen machst, wirst du nicht nur blitzschnell hellwach, sondern unterstützt auch nachhaltig die Durchblutung.

Mit regelmäßigen Saunabesuchen trainierst du deine Gefäße. (Bild: Getty Images)

Im Winter gerne die Sauna besuchen

Neben einer Vielzahl von gesundheitlichen Vorteilen (Entschlackung, Stärkung des Immunsystems, etc.), die ein Saunabesuch mit sich bringt, sorgt er vor allem für eine gute Durchblutung. Durch die Temperaturunterschiede werden die Gefäße trainiert, die sich schneller verengen oder weiten und sich dadurch besser an unterschiedliche Temperaturen anpassen können.

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Kurze Übungen am Schreibtisch

Wenn du häufig mit angewinkelten Armen am Schreibtisch sitzt, kann langfristig die Durchblutung darunter leiden – deine Hände werden kalt. Dem kannst du ganz einfach entgegenwirken: Strecke und dehne dich mindestens zweimal täglich. Zudem hilft es, die Hände mehrmals täglich zu Fäusten zu ballen und anschließend die Finger wieder auszustrecken.

Die Füße kannst du ganz einfach und effektiv mit folgender Übung trainieren: Stelle dich aufrecht vor deinen Schreibtisch, dein Rücken bildet ein leichtes Hohlkreuz und die Beine stehen etwas weniger als hüftbreit auseinander. Nun hebst du den hinteren Teil deiner Füße so an, dass das ganze Gewicht von Vorderfuß und Zehen getragen wird. Hebe deine Ferse so weit wie möglich an und kehre langsam wieder in den normalen Stand zurück. Wenn du Probleme dabei hast, das Gleichgewicht zu halten, kannst eine Hand leicht am Schreibtisch abstützen. PS: Damit wird nicht nur die Durchblutung angeregt, du trainierst auch ganz nebenbei deine Waden!

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Anfänger sollten im Winter unbedingt Nase und Mund vor Kälte schützen. (Bild: Getty Images)

Bewegung, Bewegung, Bewegung

Wenn du regelmäßig länger spazieren gehst, joggst oder einen anderen Sport an der frischen Luft ausübst, gewöhnst du deinen Körper zum einen an die jeweils vorherrschenden Temperaturen, zum anderen förderst du auf lange Sicht die Durchblutung und damit die Wärmezirkulation in deinem Körper.

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Ständig kalte Hände? In diesem Fällen solltest du einen Arzt aufsuchen

Neben den Temperaturen draußen können auch unsere Lebensgewohnheiten ein Grund für fröstelnde Finger sein: Rauchen, Bewegungsmangel, einseitige Ernährung, Alkohol, zu wenig Schlaf, Stress und seelische Belastungen spielen dabei oft eine Rolle. Sehr selten sind kalte Hände ein Anzeichen für chronische Erkrankungen.

Diese chronischen Erkrankungen verursachen kalte Hände

Wenn zum Kältegefühl Schmerzen und eine Farbveränderung der Haut hinzukommen – Farbverlust, oder aber eine blaue, manchmal auch tiefrote Verfärbung – leidet der Betroffene womöglich am Raynaud-Syndrom: Anfallsartige Gefäßkrämpfe sorgen dafür, dass Finger, Zehen aber auch Kinn und Ohrläppchen nicht ausreichend durchblutet werden. Experten vermuten, dass drei bis vier Prozent der Bevölkerung an diesem Syndrom leiden.

Menschen mit leichtem Raynaud-Syndrom können sich mit einer Bedeckung von Kopf, Rumpf, Armen und Beinen vor Kälte schützen. Betroffene, bei denen die Symptome durch Aufregung hervorgerufen werden, werden oft mit leichten Beruhigungsmitteln behandelt.

Frauen leiden häufiger an Schilddrüsenerkrankungen

Dauerhaft kalte Hände können zudem ein Anzeichen für Diabetes oder in ganz seltenen Fällen für eine Tumorbildung sein. Frauen sind zudem durch Hormonschwankungen eher dafür veranlagt, eine Schilddrüsenunterfunktion zu entwickeln. Auch diese Erkrankung äußert sich unter anderem durch eine dauerhaft kühle, blasse und zudem trockene Haut. Weitere Symptome sind etwa Leistungs- und Konzentrationsschwäche sowie Müdigkeit. Auch Störungen von Bewusstsein, Orientierungssinn und Gedächtnis und eine gesteigerte Kälteempfindlichkeit sind mögliche Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion. Die Reflexe können verlangsamt sein und Muskeln neigen vermehrt zu Krämpfen.

Diese Informationen ersetzen nicht den Arztbesuch! Solltest du dauerhaft an kalten Händen leiden, suche am besten deinen Hausarzt auf, der dich berät und über weitere Schritte informiert.