Warten auf Hariri

In Beirut hängen Plakate mit seinem Bild. Im Libanon warten die Menschen darauf, dass der zurückgetretene Ministerpräsident Saad Hariri wieder kommt. Hariri hatte vor gut einer Woche von Saudi-Arabien aus sein Amt aufgegeben. Als Grund deutete er ein Mordkomplott seitens der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah an, die vom Iran und Syrien unterstützt wird.

Am Wochenende hatte Hariri in einem ersten Interview nach seinem spektakulären Rücktritt beteuert, “innerhalb von Tagen” in die Heimat zurückzukehren.

Ein junger Mann meint: “Ich bin ein Fan von Hariri, aber gestern wirkte er müde. Er war nicht er selbst in dem Interview. Sein Gesicht sah müde aus. Hoffentlich ist er in Sicherheit und kommt bald zurück.”

Der französische Außenminister Jean-Yves Le Drian forderte andere Staaten auf, sich aus der libanesischen Politik herauszuhalten.

In Brüssel sagte Le Drian: “Wir machen uns Sorgen um den Libanon. Frankreich hat eine lange Geschichte mit dem Libanon. Uns liegt die Stabilität dieses Landes am Herzen, die Integrität, die Nicht-Einmischung und der Respekt vor der libanesischen Verfassung.”

Auch Deutschland empfahl Staaten wie Saudi-Arabien und Syrien auf, sich nicht einzumischen.

Der 47-jährige Hariri löste Spekulationen aus, dass sein Rückzug von Saudi-Arabien erzwungen wurde, um Spannungen mit der Hisbollah zu erzeugen. Riad und Teheran sind Erzfeinde und kämpfen um die Vormachtstellung im Nahen Osten.