Warren Buffetts Gehalt liegt seit über vier Jahrzehnten bei 100.000 Dollar pro Jahr – so funktioniert die Vergütung des milliardenschweren Investors

Der milliardenschwere Starinvestor Warren Buffett - Copyright: picture alliance, zz, NPX/STAR MAX/IPx
Der milliardenschwere Starinvestor Warren Buffett - Copyright: picture alliance, zz, NPX/STAR MAX/IPx

Warren Buffett ist eine Investment-Ikone, der Chef von Berkshire Hathaway und einer der reichsten Menschen der Welt. Dennoch verdient er ein bescheidenes Jahresgehalt von 100.000 US-Dollar (rund 93.800 Euro) – und hat seit über 40 Jahren keine Gehaltserhöhung erhalten, wie aus den Unterlagen der Securities and Exchange Commission hervorgeht.

Als CEO und Vorsitzender von Berkshire empfiehlt Buffett seinem Vorstand, wie viel er verdienen soll, und entscheidet über die restliche Vergütung der Führungskräfte. Der 92-Jährige hat seit 1980 pro Jahr 100.000 Dollar erhalten – ein Bruchteil des Durchschnittsgehalts von 18 Millionen Dollar (rund 16,9 Millionen Euro) der S&P 500 CEOs im Jahr 2021.

Berkshire gibt mehr für Buffetts persönliche Sicherheit aus, als es ihm direkt zahlt

Buffett verdient auch aus anderen Quellen nicht viel. In den 1990er und frühen 2000er Jahren, bevor er als Direktor der Washington Post Company zurücktrat und sich aus anderen Aufsichtsräten zurückzog, verdiente er das Doppelte seines Gehalts in Form jährlicher Honorare für seine Arbeit in Verwaltungsräten. Die höchste Jahresvergütung, die er jemals bei Berkshire erhalten hat, bekam er im Jahr 2010. Sie betrug 525.000 Dollar (rund 490.000 Euro), bestehend aus einem Gehalt von 100.000 Dollar, 75.000 Dollar (rund 70.000 Euro) an Verwaltungsratshonoraren und 350.000 Dollar (rund 328.000 Euro) für seine Sicherheitskosten.

Berkshire gibt weit mehr für Buffetts persönliche und häusliche Sicherheit aus, als es ihm direkt zahlt. Die Sicherheit des Chefs hat das Unternehmen seit 2008 rund 300.000 Dollar (rund 281.000 Euro) pro Jahr gekostet, also insgesamt etwa fünf Millionen Dollar. Buffett braucht nicht unbedingt ein hohes Gehalt. Er besitzt Berkshire-Aktien im Wert von rund 100 Milliarden Dollar (rund 93,7 Milliarden Euro) – die er nach und nach verschenkt – und gibt nicht viel aus: Er lebt in einem bescheidenen Einfamilienhaus, fährt ein einfaches Auto und frühstückt eigenen Angaben zufolge schon mal bei McDonald's.

Der Investor benutzt auch keinen Firmenwagen, gehört keinem Club an, für den Berkshire seine Mitgliederbeiträge zahlt, und benutzt auch keine firmeneigenen Flugzeuge für seinen persönlichen Gebrauch.

Buffett hofft, sein Nachfolger könne sich weit unter Marktwert verpflichten

Auf der jährlichen Aktionärsversammlung von Berkshire im Jahr 2017 teilte Buffett seine Ansichten zu Gehältern mit, als er gefragt wurde, wie viel sein Nachfolger erhalten würde. Er äußerte die Hoffnung, dass der nächste CEO bereits reich ist und nicht das Zehn- oder Hundertfache des Geldes verdienen will, das seine Familie zum Leben braucht. "Vielleicht möchten sie sogar mit gutem Beispiel vorangehen und sich für einen Betrag verpflichten, der weit unter dem tatsächlichen Marktwert liegt", fuhr er fort und fügte hinzu, dass es "großartig" wäre, wenn dies der Fall wäre.

Buffett ist der festen Überzeugung, dass für CEOs Anreize geschaffen werden sollten, um langfristige Erfolge für ihre Unternehmen zu erzielen. Er glaubt, dass hohe Jahresgehälter, Boni und kurzfristige Aktienoptionen kurzfristiges Denken fördern. Charlie Munger – Buffetts rechte Hand und Berkshires stellvertretender Vorsitzender – ist Buffetts Beispiel gefolgt. Auch er erhält seit mehreren Jahrzehnten ein Jahresgehalt von 100.000 Dollar, wie aus den SEC-Unterlagen hervorgeht.

Im Gegensatz dazu werden Ajit Jain und Greg Abel, die die Versicherungssparte beziehungsweise die versicherungsfremde Sparte von Berkshire leiten, weitaus üppiger bezahlt. Beide Männer haben in den vergangenen drei Jahren ein Gehalt von 16 Millionen Dollar (rund 15 Millionen Euro) und einen Bonus von jeweils drei Millionen Dollar (rund 2,8 Millionen Euro) erhalten. Buffett hat Abel als seinen geplanten Nachfolger als CEO von Berkshire benannt.

Das Gehalt des Finanzchefs von Berkshire, Marc Hamburg, ist von etwa 300.000 Dollar (rund 280.000 Euro) im Jahr 1996 auf 3,3 Millionen Dollar (rund 3,1 Millionen Euro) im Jahr 2021 gestiegen.

Dieser Artikel wurde von Steffen Bosse aus dem Englischen übersetzt. Das Original findet ihr hier.