Warren Buffett und seine wichtigste Regel für finanzielle Unabhängigkeit

Motley Fool Investmentanalyst

Im Jahr 2004 bat ein damals gerade mal 14 Jahre alter Aktionär den CEO von Berkshire Hathaway, Warren Buffett, seine besten Finanztipps für junge Leute zu geben.

„Wenn ich einen Ratschlag für junge Leute hätte“, antwortete Buffett, „dann der, dass man sich nicht verschulden soll.“

Er fuhr fort: „Es ist sehr verlockend, mehr auszugeben, als man verdient, das ist ganz verständlich. Aber das ist keine gute Idee.“

Dies war nicht das erste Mal, dass Buffett andere Investoren vor den Gefahren der Verschuldung warnte, und es ist sicherlich auch nicht das letzte Mal gewesen.

Erst gar keine Schulden machen

Heute ist es allzu einfach, eine Kreditkarte, ein persönliches Darlehen oder einen persönlichen Vertrag zu beantragen. Kreditgeber wollen gerade das günstige Klima für sich nutzen (häufig weniger als 1 %), um diese dann Endverbrauchern zum drei- oder vierfachen Tarif zur Verfügung zu stellen. (Bei Kreditkarten kann dies sogar beim 25-fachen liegen!)

Es scheint allerdings so, dass sich die Verbraucher nur allzu gerne locken lassen. So stiegen in Großbritannien laut Zahlen der Bank of England im letzten Jahr die privaten Schulden auf 200 Milliarden Pfund, davon waren 70 Milliarden Pfund Kreditkartenschulden.

So reizvoll das auch alles erscheint, rät Buffett dennoch, dass man die Finger davon lassen sollte, will man eines Tages finanziell unabhängig sein.

Das Problem mit Schulden

Schulden haben das große Problem, dass es ganz einfach ist, sie zu machen – aber irrsinnig schwierig, sie abzubezahlen.

Wer eine große Investition nur mithilfe einer Kreditkarte tätigen kann, zahl bestimmt mehr, als er sich eigentlich leisten kann. Wer mehr ausgibt als er hat, wie will dieser Mensch dann das Geld samt Zinsen zurückzahlen?

Das kann auch schnell zur schlechten Angewohnheit werden. Die meisten Kreditkarten berechnen Zinsen in Höhe von 25 % pro Jahr, was nach meiner Berechnung bedeutet, dass sich der Betrag, den man schuldet, sich alle 2,9 Jahre verdoppelt.

Viele Kreditkartenunternehmen und andere Arten von Kreditgebern bieten Neukunden schnell Kredite an. Zum Beispiel Angebote über 0 % Zinsen. Die scheinen wirklich attraktiv zu sein, allerdings sollen sie einen nur locken. Die wirklich hohen Gebühren kommen später.

Und weil Schulden leicht anzuhäufen, zusammen mit Zinsen aber schwierig zurückzuzahlen sind, ist es leicht, in eine Schuldenspirale abzurutschen.

Die Schuldenspirale

Eine neue Studie der Bank of England zeigte, dass 9 von 10 Pfund Kreditkartenschulden im November 2016 jenen Menschen „gehörten“, die auch schon zwei Jahre zuvor im Minus waren. Das bedeutet, dass die meisten Schuldner wirklich mehr ausgeben, als sie sich leisten können. Und wer so zu kämpfen hat, kann nichts ansparen.

Tatsache ist, wenn man finanzielle Unabhängigkeit erreichen will, muss man Geld sparen. Man kann kein Geld sparen, wenn man versucht, Schulden zu begleichen. Die beste Lösung ist also, Schulden komplett zu vermeiden.

Das mag keinen Spaß machen, aber auf lange Sicht glaube ich, dass sich die finanzielle Freiheit, die durch die Schuldenfreiheit gewonnen wird, sicherlich lohnen wird.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Rupert Hargreaves erschien am 7.7.2018 auf Fool.co.uk. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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