„Ich kann Warren Buffett schlagen“: Warum du solche Aussagen selten ernst nehmen kannst

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.

Warren Buffett schlagen? Immer mal wieder gibt es solche Vergleiche, die Investoren nutzen, um sich selbst zu pushen. Egal ob es im direkten Vergleich mit der Rendite von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) ist. Oder um einzelne Investitionen geht. Des Öfteren habe ich schon solche Schlagzeilen und Selbsteinschätzungen gelesen.

Foolishe Investoren sollten solche Statements immer kritisch hinterfragen. Warren Buffett zu schlagen ist zwar definitiv nicht unmöglich. Trotzdem sollte man richtige Vergleichswerte nehmen. Lass uns heute daher einen Blick auf zwei Faktoren werfen, woran ein solcher Vergleichswert des Öfteren scheitert.

Warren Buffett schlagen: Welcher Zeitraum …?

Ein erster Grund, weshalb man solche Aussagen wie „Ich schlage Warren Buffett“ nicht ernst nehmen sollte, hängt mit dem Betrachtungszeitraum zusammen. Ganz ehrlich: Viele vermeintliche Starinvestoren, die sich mit dem Orakel von Omaha messen, sind eher kurzfristig orientiert. Und blicken teilweise auf einen begrenzten Zeitraum, der ihnen gerade passt.

Einige Witzfiguren nehmen beispielsweise einen Zeitraum seit dem letzten Corona-Crash. Und blenden dabei vollkommen aus, dass das Orakel von Omaha historisch gesehen noch immer eine durchschnittliche Rendite von Pi mal Daumen 20 % pro Jahr vorweisen kann. Und das eben nicht bloß in einzelnen Jahren oder einem Jahrzehnt. Nein, sondern über weit mehr als fünf Jahrzehnte hinweg.

Das ist der Vergleich, den man anstellen sollte. Vielleicht auch eher Warren Buffetts frühe Jahre bei Berkshire Hathaway. Hier hapert es des Öfteren jedoch mal. Wobei das Orakel von Omaha teilweise gute Gründe hat, auf Rendite zu verzichten. Als Großinvestor besitzt er schließlich eine Verantwortung nicht nur gegenüber sich selbst. Nein, sondern auch gegenüber der breiten Investorenschar.

Welche Möglichkeiten besitzt man als Investor?

Inhaltlich gibt es jedoch auch einige Anknüpfungspunkte, weshalb man solche Schlagzeilen nicht ernst nehmen kann, wenn jemand behauptet, dass er Warren Buffett schlagen würde. So sind es insbesondere die Möglichkeiten, die dabei eine Rolle spielen.

Warren Buffett besitzt ein Portfolio, das mehrere Hundert Milliarden US-Dollar umfasst. Alleine seine Crash-Reserven sind bereits über 140 Mrd. US-Dollar schwer. Oder waren es zuletzt. Das zeigt, dass das Orakel von Omaha rein größentechnisch in einer anderen Liga spielt.

Wenn Investor X, Y oder auch Z sich mit Warren Buffett misst und ein Portfolio zwischen 10.000 US-Dollar und 100 Mio. US-Dollar verwaltet, so können wir eines sagen: Er besitzt ganz, ganz andere Möglichkeiten im Small- und Mid-Cap-Segment. Möglichkeiten, die Warren Buffett aufgrund der Größe nicht mehr besitzt.

Wer sich daher wirklich messen möchte, der sollte auch im Large-Cap-Segment agieren. Beziehungsweise im Ultra-Large-Cap-Segment. Das ist die Spielwiese, die das Orakel von Omaha stets zu bedienen hat.

Warren Buffett schlagen? Nicht immer wahr …

Wer Warren Buffett schlagen möchte, der sollte sich daher mit seinen Zeiträumen und seinen Möglichkeiten auseinandersetzen. Ansonsten ist womöglich die Rendite größer, was durchaus möglich sein kann. Mit dem Schlagen des Orakels von Omaha hat das jedoch eigentlich wenig zu tun.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Short March 2021 $225 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021