Warren Buffett leitet den Generationswechsel ein


Seit Jahren macht Warren Buffett ein Geheimnis um seine Nachfolge. Bekannt war lediglich, dass es vier Kandidaten in der engeren Auswahl gibt und sein ältester Sohn Howard als Verwaltungsratschef für die Erhaltung der Firmenkultur zuständig sein soll. Nun jedoch gibt der 87-jährige Star-Investor einen deutlichen Hinweis. Er hat die beiden Berkshire-Manager Greg Abel und Ajit Jain zu stellvertretenden Verwaltungsratschefs gemacht.

Abel leitet die Energiesparte Berkshire Hathaway Energy, Jain, der Cousin des früheren Deutsche-Bank-Chefs Anshu Jain, verantwortet das Versicherungsgeschäft. Beides sind wichtige Sparten für Buffetts Konglomerat Berkshire Hathaway.


Die beiden Namen sind nicht überraschend. Buffett und Geschäftspartner Charlie Munger, der bereits seit vielen Jahren Vize-Verwaltungsratschef ist, haben in der Vergangenheit regelmäßig in den höchsten Tönen von Jain und Abel gesprochen.

„Ajit hat Werte in zweistelliger Milliardenhöhe für die Berkshire-Aktionäre geschaffen“, schrieb Buffett 2017 in seinem Brief an die Aktionäre. „Sollte es jemals einen anderen Ajit geben, für den Sie mich auswechseln könnten, zögern Sie nicht.“ Auch für Abel hat Buffett nur Gutes übrig. „Er hält immer das, was er verspricht“, lobte Buffett Ende 2016. Abel, 55, hat die Aufgabe, das Energiegeschäft in den kommenden Jahren deutlich auszubauen und bekommt dafür auch Milliarden für Übernahmen zur Verfügung gestellt.

Beobachter halten Abel als den wahrscheinlicheren Buffett-Nachfolger, auch weil er jünger ist als der 66-jährige Jain. Der Versicherungsmanager hat außerdem den Ruf, am liebsten im Hintergrund zu arbeiten. Das würde es besonders schwer machen, Buffett zu ersetzen, der von seinen Aktionären bei der Hauptversammlung wie ein Rockstar gefeiert wird.