Warren Buffett hat in einer einzigen Woche 11,2 Milliarden Dollar verloren

Motley Fool Investmentanalyst

Der Aktienmarkt befindet sich nun in einer Korrekturphase, wobei die wichtigsten Indizes um mehr als 10 % von ihren Höchstständen im Januar abgerutscht sind. Und die Korrektur hat selbst Berkshire Hathaway (WKN:A0YJQ2), das Konglomerat, das von dem Milliardär Warren Buffett angeführt wird, nicht verschont. Berkshires Aktie hat gegenüber dem Markt sogar noch leicht unterperformt, was dazu führte, dass Buffetts Nettowert um mehr als 11 Milliarden Dollar schrumpfte.

Buffetts Anteil an Berkshire Hathaway ist nun 11,2 Milliarden Dollar weniger wert

In den letzten 12 Jahren hat Warren Buffett nach und nach seine Berkshire Hathaway-Aktien verschenkt, als Teil seines Plans, den größten Teil seines Reichtums für wohltätige Zwecke zu spenden.

Dennoch ist Buffett nach wie vor an dem Unternehmen beteiligt. Ab 2016 besaß Buffett noch immer 308.261 Aktien der Klasse A, und Mitte des Jahres 2017 gab er 18,63 Millionen Aktien der Klasse B ab. Basierend auf dem A-zu-B-Konvertierungsfaktor von 1.500 sagt uns eine schnelle Rechnung, dass Buffett immer noch etwa 295.848 Berkshire-Aktien der Klasse A besitzt. Zum jetzigen Zeitpunkt entspricht dies einem Wert von 85,2 Milliarden Dollar.

Das ist eine Menge Geld, aber es ist doch deutlich weniger, als Buffetts Anteile noch vor einer Woche wert waren. In der vergangenen Woche ist der Kurs der Berkshire-Aktie nämlich im Zuge der allgemeinen Korrektur an den Aktienmärkten um 11,6 % gefallen.

Daten von YCharts

Aufgrund dieses starken Wertabfalls sind Buffetts Klasse-A-Aktien jeweils etwa 37.800 Dollar weniger wert als noch vor einer Woche. Insgesamt ist Buffetts Anteil an Berkshire Hathaway, der praktisch sein gesamtes Nettovermögen ausmacht, um 11,2 Milliarden Dollar gefallen.

Was das für Investoren bedeuten könnte

Aus der Sicht eines langfristigen Berkshire-Aktionärs ist der Rückgang des Aktienkurses von Berkshire und des Gesamtmarktes wahrscheinlich eine gute Sache. Für den Anfang ist es eine Gelegenheit, Aktien zu einem weitaus attraktiveren Preis zu kaufen, als sie es in letzter Zeit getan haben.

Die Marktkorrektur könnte Berkshire sogar den Anreiz geben, eines seiner größten Probleme endlich anzugehen – was sie mit ihren Cash-Reserven von 109 Milliarden Dollar anstellen. Berkshire würde gerne Unternehmen erwerben, seine Aktienpositionen erweitern oder eigene Aktien zurückkaufen, aber nur wenn der Preis stimmt. Während Berkshires Akquisitions- und Investitionsbewertungsprozess ein gut gehütetes Geheimnis ist, kann man davon ausgehen, dass die meisten potenziellen Ziele für Berkshires Team attraktiver aussehen als noch vor einer Woche.

Was die Aktienrückkäufe betrifft, so liegt die derzeitige Schwelle von Berkshire bei dem 1,2-fachen des Buchwerts, was immer noch weit unter der Unternehmensbewertung liegt. Jedoch ist Berkshire von etwa 1,74-fachem Buchwert auf ein Vielfaches von nur 1,54 gestiegen, da der Markt rückläufig ist. Buffett hat angedeutet, dass das Board von Berkshire bereit sein könnte, die Rückkaufschwelle anzupassen, wenn der Barvorrat weiter wächst, und das könnte dies sicherlich attraktiver machen – vor allem, wenn der Markt (und Berkshire) weiter fällt.

Fazit eines Fools

Hier ist der vielleicht wichtigste Takeaway für Investore: Obwohl die Anteile von Warren Buffett in der vergangenen Woche um einen 11-stelligen Betrag an Wert verloren haben, ist es höchst unwahrscheinlich, dass Buffett darüber unglücklich ist. So nimmt er es nämlich nicht wahr.

Was Buffett stattdessen wohl sieht, ist eine Börse, die gerade in den Verkauf gegangen ist, attraktivere Einstiegspunkte für Aktieninvestments, bessere Chancen, ein preiswertes Akquisitionsziel zu finden, und einen geeigneten Aktienkurs, um einen Rückkauf in Erwägung zu ziehen. Wie Buffett im Zuge der Finanzkrise in Bezug auf das rückläufige Aktienportfolio von Berkshire sagte:

Das stört Charlie [Munger] und mich nicht. Wir nutzen solche Preisrückgänge, wenn wir über Mittel verfügen, um unsere Positionen zu erhöhen. Vor langer Zeit lehrte mich Ben Graham, dass „Preis ist, was man zahlt; Wert ist, was man bekommt.“ Egal, ob es sich um Socken oder Aktien handelt, ich kaufe gerne Qualitätsware, wenn sie günstig zu haben ist.

Obwohl sie in den letzten neun Jahren nicht häufig vorkamen waren, sind Korrekturen an den Aktienmärkten ein normales, reinigendes Ereignis. Man sollten sie nicht fürchten. Vielmehr sollten sie als langfristige Chancen begriffen werden.

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The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Berkshire Hathaway.

Dieser Artikel von Matthew Frankel erschien am 9.2.18 auf Fool.com. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

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