Warren Buffett: Gute Gewohnheiten könnten wichtiger sein als der IQ

Gute Gewohnheiten könnten wichtiger sein als schlau zu sein.

In einem exklusiven Interview mit dem Chefredakteur von Yahoo Finance, Andy Serwer, sprach der Berkshire Hathaway CEO Warren Buffett darüber, wie wichtig es für junge Menschen ist, gute Angewohnheiten zu entwickeln und früh mit dem Sparen anzufangen.

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Danach gefragt, ob junge Menschen – die oft mit Schulden von Studienkrediten und hohen Zinsen kämpfen – anfangen sollten, zu sparen und zu investieren, sagte Buffett: „Ich denke, die Gewohnheiten, die man entwickelt, sind extrem wichtig. Sie könnten sogar wichtiger sein als der IQ oder solche Sachen.“

Für Buffet ist die Aneignung guter Gewohnheiten – sei es „bitte“ oder „danke“ zu sagen oder zehn Prozent jedes Gehaltschecks für die Rente zu sparen – ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg.

In einer Rede vor Studierenden an der University of Florida sagte Buffett 1998: „Die Ketten der Gewohnheit sind zu leicht, um sie zu fühlen, bis sie zu schwer sind, um sie zu brechen.“ Er sagte dies im Zusammenhang mit der Gefahr, in destruktive Verhaltensmusster zu verfallen wie Alkoholabhängigkeit und merkte an, dass es zu spät ist, diese zu ändern, wenn die Leute erst einmal ein gewisses Alter erreicht haben.

Wenn man jung ist, hat man mehr Kontrolle: „Aber in eurem Alter könnt ihr alle Gewohnheiten und Verhaltensmuster haben, die ihr gerne hättet. Es ist einfach die Frage, für welche ihr euch entscheidet.“

Warren Buffet spricht am 19. September 2013 vor Studierenden an der Georgetowns McDonough School of Business in Washington. REUTERS/James Lawler Duggan

Buffett selbst ist ein gutes Beispiel dafür. In seinem Interview mit Yahoo Finance verrät er, wie er sich schon früh angewöhnte, zu sparen.

„Ich begann damit, diese Colas zu verkaufen, die ich gekauft hatte, sechs für 25 Cents, und verkaufte sie in der Nachbarschaft für fünf Cent pro Stück. Und ich machte alle möglichen Dinge, um Geld zu sparen und so bekam ich meine $114 (95 Euro) zusammen, als ich elf war. Aber ich mochte es, zu sparen, ich mochte es, zu investieren.“ Buffett kaufte mit diesen $114 im Alter von elf Jahren 1942 seine erste Aktie und sagt, dass er, wenn er dieses Geld in den S&P 500 Index investiert und die Dividenden reinvestiert hätte, heute $400.000 (334.000 Euro) hätte.

Eine weitere oft zitierte Aussage Buffetts: „Spare nicht, was nach den Ausgaben noch übrig ist; gib aus, was nach dem Sparen noch übrig ist.“ Dies ist eine andere Art zu sagen, bezahle dich selbst zuerst. Es ist eine einfache Strategie, die häufig in der privaten Finanz- und Rentenplanung angepriesen wird und sie funktioniert am besten, wenn man früh anfängt. Es bedeutet, einen Teil jedes Gehaltschecks zuerst und automatisch zu sparen – noch bevor man das Budget und die monatlichen Ausgaben berücksichtigt.

Selbst wenn man nur zehn Dollar (8,40 Euro) pro Woche spart, ist das ein Anfang. Sagen wir, Ihr monatliches Einkommen (nach Steuern) beträgt $3.500 (2.925 Euro) und Sie können davon $150 (125 Euro) für die Rente zur Seite legen (oder einen Prozentsatz Ihres Gehalts als Rentenbeitrag) und $50 (42 Euro) für Notfälle. Der Großteil geht für andere Ausgaben wie Miete oder die Abbezahlung eines Kredits, Lebensmittel, Nebenkosten, Schuldentilgung etc auf. Und alles Geld, das dann noch übrig ist, können Sie für das ausgeben, was Sie wollen.

Es ist eine gute Faustregel, bei der Ihre eigene Bezahlung an erster Stelle steht – Ihr zukünftiges Ich wird es Ihnen danken.

Lisa Scherzer