Warren Buffett kann dem Bitcoin nicht entkommen

Stefan Naerger, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
·Lesedauer: 3 Min.
Warren Buffett
Warren Buffett

Warren Buffett ist kein Freund von Bitcoin. Das ist kein Geheimnis.

„Rattengift zum Quadrat“ war das Netteste, was der Börsenlegende zu der digitalen Münze über die Lippen kam. Das hat die weltweite Investorenschaft allerdings nicht davon abgehalten, den Bitcoin zu neuen Allzeithochs zu kaufen (Stand: 12.02.2021).

Auch Warren Buffett ist nur ein Mensch. Gut möglich, dass er sich diesmal irrt. Doch auch die Masse lag in der Vergangenheit des Öfteren völlig daneben.

Wer auch immer letztendlich recht behalten wird: Warren Buffett kann dem Bitcoin kurz- bis mittelfristig nicht entkommen. Über Umwege kriecht Satoshi Nakamotos Wunderwerk zunehmend in das Portfolio des Altmeisters.

Eine Ankündigung mit Sprengkraft

Wer an Warren Buffett denkt, hat meistens Coca-Cola oder Kraft Heinz vor Augen. Doch auch Finanztitel hatten immer einen festen Platz im Portfolio von Buffetts Holding Berkshire Hathaway.

Aktuell kommen 26 % aller Buffett-Aktien aus dem Finanzbereich (Stand für alle Zahlen bzgl. des Buffett-Portfolios: 16.11.2020). Die Aktie von Bank of America steht mit einem Anteil von 10 % sogar auf Platz 2 der größten Positionen.

Die Aktie der Bank of New York Mellon (WKN: A0MVKA) hat nur einen Anteil von etwa 1 % im Warren-Buffett-Portfolio. Doch die Zahl täuscht. Trotz des geringen Anteils ist diese Bankaktie recht weit oben in der Rangliste aller Buffett-Positionen eingeordnet. Höher als Visa oder Amazon.

Ebenjene nicht ganz unwichtige Buffett-Investition hat vor Kurzem den Einstieg in das Geschäft mit dem „halten, übertragen und liefern“ von Bitcoin angekündigt. Das dürfte Warren Buffett zu denken geben. Oder vielleicht doch nicht?

Warren Buffett kann trotzdem zufrieden sein

Fakt ist: Sofern Warren Buffett die Aktie der Bank of New York Mellon weiter hält, ist er in Zukunft womöglich mittendrin im Geschäft mit dem Bitcoin. Ob er will oder nicht.

So geht es derzeit vielen Investoren. Jeder, der Tesla-Aktien hält, ist seit Kurzem auch ein Stück weit mit dem Bitcoin-Netzwerk verbunden. Jeder, der einen Aktien-ETF hält, könnte in Zukunft mehr und mehr in die Bitcoin-Singularität hineingezogen werden. Ganz automatisch. Wenn mehr und mehr Unternehmen sich dazu entschließen, Bitcoin halten zu wollen.

Aber ist das schlimm? 2020 überraschte Warren Buffett seine Anlegerschaft mit einem Einstieg in den Goldproduzenten Barrick Gold. Für Gold hatte Buffett in der Vergangenheit ebenso wenig gute Worte übrig wie für Bitcoin. Trotzdem gefiel ihm offenbar das Geschäft von Barrick Gold.

Wenn Bitcoin die Zukunft des Finanzsystems ist – so sei es! Gut, wenn man dann Aktien von Unternehmen wie Bank of New York Mellon hat, die mittendrin sind, anstatt nur von der Seitenlinie zuzuschauen.

Es würde mich nicht überraschen, wenn Warren Buffett ähnlich denkt, und trotz zunehmender Bitcoin-Exposition an der Aktie von Bank of New York Mellon festhält. Letztendlich ist es immer besser, falsch zu liegen und trotzdem reich(er) zu werden.

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Stefan Naerger besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon, Berkshire Hathaway (B-Aktien), Tesla und Visa und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon, Long January 2022 $1920 Call auf Amazon, Short March 2021 $225 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Long January 2023 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short January 2023 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2021