Warren Buffett & Berkshire Hathaway: Die Aktienrückkäufe sind die größte Investition – warum?

Vincent Uhr, Motley Fool beitragender Investmentanalyst
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Warren Buffett
Warren Buffett

Warren Buffett und Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) haben ihr Quartalsupdate bezüglich des Portfolios veröffentlicht. Grundsätzlich ist das Orakel von Omaha innerhalb der letzten Wochen und Monate sehr umtriebig gewesen. Allerdings gab es keinen größeren Deal oder eine prägende Beteiligung.

Tatsächlich ist das Volumen der Aktienrückkäufe bei Berkshire Hathaway sogar die größte Investition gewesen. Warren Buffett hat im dritten Quartal rund 9 Mrd. US-Dollar für Anteilsscheine der Beteiligungsgesellschaft selbst ausgegeben. Im laufenden Geschäftsjahr beläuft sich das Rückkaufsvolumen sogar auf 16 Mrd. US-Dollar.

Das wirf einige Fragen auf: Vor allem das „Warum“ dürfte entscheidend sein. Beziehungsweise, warum Berkshire Hathaway selbst die größte Investition im letzten Quartal gewesen ist. Das wollen wir uns im Folgenden etwas näher ansehen.

Berkshire Hathaway: Der Zeitpunkt erschien günstig

Ein erster Grund, weshalb Warren Buffett vermutlich im großen und größten Stil bei Berkshire Hathaway selbst zugegriffen hat, dürfte mit der Bewertung zusammenhängen. Das Orakel von Omaha setzt Kapitalrückführungen stets flexibel ein, um einen bestmöglichen Einsatz für liquide Mittel und das Kapital zu gewährleisten. Das zeigt, dass Buffett die eigene Bewertung als preiswert angesehen hat.

Wenn wir einen Blick zurück auf die drei Monate zwischen Juni und September werfen, so fällt eines auf: Die fundamentale Ausgangslage ist wirklich relativ preiswert gewesen. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis, eine Kennzahl, die Warren Buffett selbst maßgeblich für Rückkäufe nutzt, lag innerhalb dieses Zeitraums regelmäßig unter der magischen Marke von 1,2. Das ist ein Preisniveau, das das Orakel von Omaha selbst offiziell als preiswert bezeichnet hat.

Das hohe Volumen an Rückkäufen im laufenden Börsenjahr können wir daher unweigerlich mit einer günstigen Bewertung verknüpfen. Das ist hervorragend. Schließlich will auch Buffett mit dieser Kapitalmaßnahme die besten Renditen und Ergebnisse für Investoren erzielen. Eine günstige Ausgangslage ist hier von Vorteil.

Verzerrte Wahrnehmung aufgrund von Baskets?

Ein zweiter Grund könnte außerdem mit der Wahrnehmung der Käufe im letzten Quartal zusammenhängen. Wie wir mit Blick auf die vielen kleineren Investitionen feststellen können, gab es keinen großen Kauf oder Verkauf. Der Teilverkauf an Apple sticht hier mit einem Volumen von ca. 4 Mrd. US-Dollar bereits hervor.

Allerdings ist diese Sichtweise nicht ganz richtig: Warren Buffett hat im letzten Quartal auf Baskets gesetzt. Also breiteren, thematischen Investitionen mithilfe vieler kleinerer Aktien. So investierte Buffett beispielsweise ca. 5 Mrd. US-Dollar in japanische Industrieaktien. Sowie weitere ca. 5,5 Mrd. US-Dollar in US-amerikanische Pharma-Werte. Wenn wir das als Grüppchen zusammenfassen, gab es doch größere Investitionen.

Die Baskets könnten damit zusammenhängen, dass Japan nicht Warren Buffetts primäres Investitionsfeld ist. Sowie, dass Pharma-Aktien nicht sein Circle of Competence ist. Wie wir anhand der Volumina dieser Investitionen jedoch erkennen können, sind sie doch größer als gedacht. Wie gesagt: Vorausgesetzt, wir betrachten sie gebündelt.

Warren Buffett und die Aktienrückkäufe

Trotzdem bleibt das Fazit, dass Warren Buffett im letzten Quartal primär auf Aktienrückkäufe gesetzt hat. Die wichtigste Botschaft dürfte sein, dass das Orakel von Omaha die eigenen Anteile der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway als preiswert angesehen hat.

Das ist ein gutes Zeichen. Warren Buffett nutzt die Rückkäufe in hohem Volumen nicht einfach zu jeder Zeit, sondern bloß, wenn die Wirkung besonders attraktiv ist. Da die Aktie von Berkshire Hathaway jedoch in den vergangenen Wochen wieder etwas gestiegen ist, könnte das im Gegenzug heißen, dass das Volumen im nächsten Quartal wieder etwas niedriger ausfällt.

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Vincent besitzt Aktien von Berkshire Hathaway. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Berkshire Hathaway (B-Aktien) und empfiehlt die folgenden Optionen: Long January 2021 $200 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien), Short January 2021 $200 Put auf Berkshire Hathaway (B-Aktien) und Short December 2020 $210 Call auf Berkshire Hathaway (B-Aktien).

Motley Fool Deutschland 2020