Warnung vom Hautarzt: So gefährlich ist der Besuch im Solarium

Schöne Bräune aus dem Solarium. Wie gefährlich diese Strahlen sind, wissen die wenigsten. (Bild: AP Photo)

Wenn trotz Frühlingsbeginn immer noch eisige Temperaturen herrschen, versuchen einige Deutsche ihren Winterblues mit einem Gang ins Solarium zu bekämpfen. Wie gefährlich das ist, verrät der Dermatologe Dr. Christoph Liebich.

Der Körper braucht Sonne, um das lebensnotwendige Vitamin D zu bilden. Wenn die Stimmung im Winter kippt, ist oft Lichtmangel der Grund. Ein Besuch im Solarium gehört für viele Menschen zur Beauty-Routine, ein frischer Teint sorgt bei vielen für gute Laune – doch das ist ein fataler Fehler. Zur Vitamin-D-Bildung benötigt der Körper UV-B-Strahlung, die Röhren in Solarien geben diese neben der gefährlichen UV-A-Strahlung aber kaum ab.

Die Gesundheitsorganisation „WHO“ rät von den künstlichen Strahlen im Solarium ab, stuft diese sogar als krebserregend ein. Wer schon in jungen Jahren, mit unter 35, regelmäßig das Solarium besucht, verdoppelt laut „Bundesamt für Strahlenschutz“ sein Risiko an schwarzem Hautkrebs zu erkranken.

Solarien sind immer gefährlich“, erklärt der Hautexperte Dr. Liebich aus München, „besonders UV-A-Strahlen können krebserregend sein.“ Sie dringen in die Hautschichten ein und fördern die Krebsbildung, während die UV-B-Strahlen der Sonne die Melaninproduktion anregen. Diese sorgen dafür, dass die Hornschicht der Haut sich verdickt, und so als natürlicher Schutz gegen Sonnenstrahlen fungiert.

Trotz der Warnungen gilt elegante Bräune auch heute immer noch als Schönheitsideal. „Dass Solarien gut tun, ist aus dem alten Fitnesstrend der 80er-Jahren entstanden “, erklärt der Dermatologe. Dabei ist nicht erst ein Sonnenbrand ein Warnhinweis des Körpers: „Schon die Bräune ist ein Zeichen dafür, dass sich die Haut wehrt“, erklärt der Experte. Gesunde Bräune existiert einfach nicht.

Die Deutschen gönnen sich jedes Jahr ihren ausgiebigen Strandurlaub und setzen ihre Haut den gefährlichen Strahlen aus. Zur kalten Jahreszeit geht es dann ins Solarium. „Gerade im Winter braucht unsere Haut eine Ruhepause zum Regenerieren“, so Dr. Liebich. Ganzjährige Solarienbesuche reizen die Haut. Dass das häufige Bräunen auch Langzeitschäden verursacht, ist vielen Sonnenanbetern oftmals egal – aber die UV-A-Strahlen altert die Haut schneller, Falten bilden sich früher und die Haut verliert an Elastizität.

Dr. Liebich rät: „Benutzen Sie Sonnenschutz – 365 Tage im Jahr.“ Auch im Winter und an bewölkten Tagen fügen UV-Strahlen der Haut Schäden zu. Der Experte empfiehlt Hautcremes mit einem Lichtschutzfaktor von mindestens 30.

Gesunde Alternativen

Wer unter einem Winterblues leidet, sollte statt ins Solarium öfter an die frische Luft gehen. Schon tägliche Spaziergänge von 15 bis 30 Minuten helfen, um den Vitamin-D-Haushalt aufzutanken. Wer auch im Winter eine elegante Bräune bevorzugt, kann zum Selbstbräuner greifen. Diese färben die oberste Hornschicht und verursachen keine Hautschäden.

Auch täglich ein Glas Karottensaft mit einem Spritzer Öl zum Frühstück verschafft durch die enthaltenen Carotinoide in den Möhren nach einer regelmäßigen Einnahme langsam eine sanfte Bräunung der Haut. Der natürliche Schutz der Haut vor Sonneneinstrahlung wird durch die Carotinoide sogar gestärkt, aber auch hier warnt der Experte: „Carotinoide unterstützen die Haut, aber es ist kein zusätzlicher Schutz vor der Sonne“, stellt Liebich klar.