Hamilton zündet die nächste Eskalationsstufe

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Hamilton zündet die nächste Eskalationsstufe
Hamilton zündet die nächste Eskalationsstufe

Dieser Grand Prix hat die Fronten der beiden Top-Teams in der Formel 1 noch weiter verhärtet.

Mehr noch: Nach dem dramatischen Sieg von Lewis Hamilton in Silverstone, mit dem der Brite den Rückstand auf Max Verstappen auf acht Punkte verkürzte, ist die Rivalität zwischen Mercedes und Red Bull um eine weitere Dimension reicher geworden. Sie geht mittlerweile ins Persönliche.

Hier gehe es nicht um Red Bull oder Mercedes, sondern um das Verhalten von Hamilton bei dessen Manöver in der ersten Runde in der Copse-Kurve, erklärten die beiden Ober-Bullen Helmut Marko und Christian Horner bei Sky unisono. (Fahrerwertung der Formel 1)

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"Wenn der Konkurrent mit dem Vorderrad unser Hinterrad massiv touchiert, dann ist das kein Rennunfall mehr - und das in der schnellsten Kurve dieses Kurses", fluchte Marko: "Dann ist das ein fahrlässiges bis gefährliches Verhalten."

Horner bezeichnete Hamiltons Attacke als "amateurhaft und verzweifelt", die er so von einem siebenmaligen Weltmeister nicht erwartet hätte. "Auf der Innenseite dieser Kurve kannst du das nicht machen. Max lässt ihm genug Platz, aber er hält sein Rad rein und fährt praktisch in Max rein."

So begründet die FIA die Strafe gegen Hamilton

Die Zehn-Sekunden-Strafe, die die FIA in ihrem offiziellen Statement mit dem "überwiegend schuldhaften Verhalten Hamiltons" erklärte, hält Horner, genauso wie Marko, für viel zu milde.

Während der Motorsportberater schon kurz nach dem Vorfall sogar eine Sperre für Hamilton gefordert hatte, will der Teamchef einen nachträglichen Einspruch gegen die Wertung des Rennens nicht ausschließen.

"Wir werden darüber nachdenken und uns die Beweisdaten noch einmal ansehen. Für uns ist die Sache sehr, sehr klar", sagte Horner im ORF.

Genauso klar jedoch ist die Sache für die andere Seite. "Die Regel besagt: Wenn du innen bist und mit einem Frontflügel über der Hälfe des vorderen Autos, ist es deine Kurve", erklärte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky.

Bei der anschließenden Medienrunde bekräftigte der Österreicher seine Meinung und schob nach: "Diese Diskussion ist so alt wie die Formel 1 selbst. Deshalb könnten wir bis in alle Ewigkeit darüber diskutieren, wer Schuld hatte und wer nicht."

Verstappen: Hamilton-Party ist respektlos

Hamilton aber sah sich noch einem weiteren Vorwurf ausgesetzt, und der kam von Verstappen selbst. Die Feierlichkeiten seien "respektlos und unsportlich" gewesen, da er noch im Krankenhaus gewesen sei zu jenem Zeitpunkt, schrieb Verstappen auf seinen Social-Media-Plattformen. Am späten Abend durfte er das Krankenhaus wieder verlassen.

Der Sieg, den Hamilton zusammen mit den 140.000 Fans in Silverstone feierte, war also alles andere als ungetrübt. Der Brite schwenkte zwar glücklich den Union Jack, erst noch im Auto nach der Zieldurchfahrt und dann an der Strecke.

Doch je weiter das Rennen zurücklag, umso häufiger musste er sich den unangenehmen Fragen stellen. "Ich denke nicht, dass ich mich entschuldigen muss. Denn ich fahre eben Rennen", sagte er. Und ja, er sei offen für eine Aussprache vor dem nächsten Grand Prix in Ungarn in zwei Wochen.

"Ich weiß nur nicht wirklich, was wir sagen würden", zuckte er mit den Achseln. Später schrieb er in den sozialen Netzwerken. "Der heutige Tag ist eine Erinnerung an die Gefahren in diesem Sport. Ich sende meine besten Wünsche an Max, der ein unglaublicher Wettkämpfer ist. Ich bin froh zu hören, dass es ihm gut geht. Ich werde immer hart, aber immer fair fahren.

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