"WannaCry": Schwerer Cyberangriff auf Unternehmen und Behörden

"WannaCry": Schwerer Cyberangriff auf Unternehmen und Behörden

Es ist der zweite schwere internationale Cyberangriff innerhalb weniger Wochen. Die Erpresser-Software "WannaCry" legte erneut weite Teile des öffentlichen Lebens lahm. Hauptziel der Attacke war die Ukraine. Auch der Unglücksmeiler von Tschernobyl und deutsche Firmen waren betroffen.

Der ukrainische Ministerpräsident Wladimir Groisman sprach von einem beispiellosen Angriff auf die öffentlichen digitale Systeme. Der Trojaner "WannaCry" hatte zuvor den Flugzeughersteller Antonov, staatliche Stromunternehmen sowie den Flughafen von Kiew attackiert und für Chaos gesorgt.

Obwohl Groisman versicherte, dass keine lebenswichtigen Systeme betroffen seien, meldete auch das havarierte Atomkraftwerk Tschernobyl einen Zwischenfall in der Strahlenüberwachung. Die Messungen mussten zeitweise manuell durchgeführt werden.

In Deutschland wurde vor allem die DHL von dem Cyberangriff in Mitleidenschaft gezogen. "Unsere DHL-Systeme sind zum Teil von dem heutigen Cyberangriff auf verschiedene Organisationen in der Ukraine betroffen", erklärte ein Sprecher der Deutschen Post. Insbesondere beim Expressversand kam es dadurch zu Problemen. An Lösungen würde gearbeitet, die Kunden seien informiert. NDR-Informationen zufolge sei darüber hinaus auch das Unternehmen Beiersdorf mit Sitz in Hamburg Opfer der "WannaCry"-Attacke geworden.

Die Drahtzieher des "WannaCry"-Viruses hatten bereits vor etwa sechs Wochen weltweit zugeschlagen. Um die Schadsoftware von betroffenen Rechnern und Servern zu entfernen, fordern sie Lösegeld in Millionenhöhe.