Wandschneider kritisiert Belastung: Bundesliga dreht "The Walking Dead"

Nächster Rückschlag für Wetzlar: Weissgerber fällt lange aus

Erfolgstrainer Kai Wandschneider von der HSG Wetzlar hat die Belastung für die Profis im Handball kritisiert. "Viele Spieler wollen gar nicht mehr in die erste Bundesliga, weil bekannt ist, dass dich die Bundesliga zermalmt", sagte der 58-Jährige der FAZ.
Für Wandschneider, der am Samstag (18.00 Uhr) in Hamburg mit seinem Team im Pokal-Halbfinale auf die TSV Hannover-Burgdorf trifft, wurde das Rad völlig überdreht. "Die Sommerpause der Nationalspieler ist auf drei Wochen zusammengeschmolzen. Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die elfte Staffel von 'The Walking Dead' in der Bundesliga gedreht wird", sagte der Cheftrainer und bezog sich damit auf eine US-Zombie-Fernsehserie. 
"Die Spieler sagen mir: Wir können viele Spiele absolvieren. Aber man hat uns die Pause genommen", so Wandschneider: "Als ich 2001 mit Dormagen in der ersten Liga war, endete die Saison am 15. Mai und die nächste begann am 15. September. Wir hatten Pausen. Es konnte sich Kreativität entwickeln."
Heute sei das anders. "Es ist doch längst so, dass das Geschäftsfeld im Handball das Spielfeld überlagert", sagte Wandschneider und forderte eine "starke Spielergewerkschaft. Ich empfehle meinen Spielern, dort reinzugehen und Einfluss zu nehmen." Es gebe eine "Inflation von Großereignissen. Der worst case eines Spielers sind 80 Spiele im Jahr."
Wandschneider sieht "genauso erschöpfte, ausgebrannte Spieler wie im Fußball. Man muss nicht glauben, dass es im Handball nicht so ist, nur weil es bei uns noch keinen Per Mertesacker gegeben hat", sagte der gebürtige Hamburger.
Weltmeister Mertesacker hatte in einem Interview den Druck im Fußballgeschäft thematisiert und dabei unter anderem von Brechreiz, Durchfall sowie Erschöpfung berichtet.