"Walzerkönig" Rieu kommt um hohe Geldstrafe herum

Dem Stargeiger André Rieu bleibt eine hohe Geldstrafe erspart, die er wegen der Mitwirkung minderjähriger Musiker bei seinen Konzerten zu später Stunde zahlen sollte

Dem niederländischen Star-Geiger André Rieu bleibt eine hohe Geldstrafe erspart, die er wegen der Mitwirkung minderjähriger Musiker bei seinen Konzerten zu später Stunde zahlen sollte. Ein Gericht in Limburg befand am Montag in einem Berufungsverfahren, für die Verhängng der Buße in Höhe von 116.000 Euro seien nicht genügend Beweise erbracht worden. Es sei nicht ausreichend nachgewiesen, dass Rieu die Kinder zur fraglichen Zeit beschäftigt habe.

Die Anwälte des "Walzerkönigs" hatten die Geldstrafe im Oktober als "absurd hoch" bezeichnet und waren in Berufung gegangen. Die jungen rumänischen Panflötenspieler seien zusammen mit ihrem Landsmann, dem virtuosen Panflötisten Gheorghe Zamfir, aufgetreten. Zu später Stunde seien sie lediglich für einige Minuten auf der Bühne gewesen, um dem Publikum am Ende der Vorstellung zuzuwinken, wie das bei Rieus Konzerten üblich sei.

Die Minderjährigen, die Rieu zur Kinderarbeit gezwungen haben soll, waren im Jahr 2015 bei sieben Rieu-Konzerten in dessen Geburtsstadt Maastricht aufgetreten. Nach Angaben des niederländischen Gewerbeaufsichtsamtes handelte es sich um elf Kinder im Alter von neun bis zwölf Jahren, die zwischen 19.00 Uhr und Mitternacht gearbeitet hatten.

Ursprünglich sollte Rieu sogar 236.000 Euro zahlen, der Betrag wurde dann aber herabgesetzt. In den Niederlanden dürfen Kinder und Jugendliche nach 23.00 Uhr nicht mehr auftreten. Der "Walzerkönig" genannte Rieu gilt als der weltweit bekannteste moderne Violinist. Der 68-Jährige verkaufte bereits mehr als 40 Millionen Alben.