Wie Walt Disney Company den Großteil seines Geldes verdient

Motley Fool Investmentanalyst

Walt Disney Company (WKN:855686) ist bekannt für seine Filme und Themenparks. Das Unternehmen setzt konsequent darauf, die größten Blockbuster ins Kino zu bringen. Letztes Jahr waren es vier der fünf erfolgreichsten Filme und in diesem Jahr waren es zwei der drei erfolgreichsten Filme. Die Themenparks verzeichnen in der Regel jährlich steigende Besucherzahlen. Im vergangenen Jahr waren die Besucherzahlen etwas zurückgegangen, nachdem Disney die Preise während der Hochsaison erhöht hatte. Das führte zu höheren operativen Gewinnen, die im dritten Quartal um 18 % steigen konnten.

Walt Disney verdient jedoch nicht das meiste mit dem Filmstudio oder den Themenparks. Die größte Geldmaschine ist das Fernsehgeschäft. Die Sparte Media Networks trug im vergangenen Jahr fast die Hälfte zum Betriebsergebnis von Disney bei, im Jahr 2017 waren es bisher rund 45 % des operativen Gewinns.

Der größte Geldmacher ist auch das größte Risiko

Es ist kein Geheimnis, dass gerade ein großer Trend gegen Filme- und Medienunternehmen arbeitet. Disney hat die Auswirkungen der Abkehr vom Kabelfernsehen hautnah miterlebt.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2017 sank der Umsatz aus den Kabelkanälen um 1 %. Darüber hinaus gingen die Betriebserträge um 13 % zurück. Die Einnahmen blieben stabil, da Disney seine Affiliate-Gebühr pro Abonnent anhebt und relativ hohe Werbeeinnahmen erzielen kann. Die Ausgaben erhöhten sich in diesem Jahr jedoch beträchtlich, insbesondere die Ausgaben für Inhalte von ESPN, was die operativen Einnahmen weiter schmälerte.

ESPN ist mit Abstand die größte Geldmaschine im Segment Kabelkanäle von Disney. Abgesehen davon, dass in den letzten Jahren Millionen von Abonnenten verloren gingen, stiegen die Content-Kosten auch deutlich. Darüber hinaus hat ESPN langfristige Verträge über die Rechte an bestimmten Sportarten abgeschlossen.

ESPN verliert also seine Kunden. Die Nachfrage scheint aber relativ stark zu bleiben. Wie schon erwähnt, konnte ESPN die Affiliate-Gebühren jedes Jahr erhöhen. Darüber hinaus gibt es jetzt neue Anbieter wie Hulu und Sling TV, die alle Bemühungen auf den Weg gebracht haben, um ESPN bei ihren Diensten auch anzubieten. Das unterstützt ESPN und auch das Kabelfernsehen. Es muss aber erwähnt werden, dass ESPN nicht damit gerechnet hatte, so viele Abonnenten zu verlieren, als jahrzehntelange Verträge mit der NFL, MLB und NBA unterzeichnet wurden.

Den Leuten geben, was sie wollen

Disney hat Pläne angekündigt, Anfang nächsten Jahres einen eigenständigen Streaming-Dienst unter dem Markennamen ESPN einzuführen. Dieser Service bietet Zugang zu mehr als 10.000 Veranstaltungen pro Jahr und profitiert dabei von ESPN and einem robustem Portfolio an Content-Rechten. ESPN wird die Spiele der MLB, NHL und MLS streamen. Die NBA und NFL, die den attraktivsten Inhalt darstellen, werden aber für die Kabel-Abonnenten reserviert bleiben.

Diese Maßnahme hat das Potenzial, noch mehr Aufmerksamkeit auf die mobile App zu lenken. Die mobile App von ESPN ist ein riesiger Geldgenerator und zieht täglich Millionen von Menschen an. Vor einigen Jahren integrierte ESPN seine TV Everywhere-App in die wichtigste seiner Apps. Das gleiche ist für den Streaming-Dienst geplant.

ESPN versteht die App als Marktplatz für Sportinhalte. Es wird zusätzliche Abonnements für die MLB , die NHL und MLS live geben. Dies soll im nächsten Jahr verfügbar sein. Disney-CEO Bob Iger sagte, er stelle sich eine Zukunft vor, wo die Kunden den Content, den sie möchten, über die ESPN-App ansehen können.

Die Abkehr vom traditionellen Kabelfernsehen ist eine große Bedrohung für die größte Geldmaschine von Disney, das Unternehmen unternimmt aber Schritte, um dem entgegenzuwirken. Die Nachfrage nach dem größten Netzwerk, ESPN, steigt immer weiter und erlaubt es dem Unternehmen, die Gebühren zu erhöhen und damit die Werbeeinnahmen relativ stabil zu halten. Die Content-Kosten schmälern jetzt die Gewinne, die Einführung des Streaming-Dienstes im nächsten Jahr könnte aber dazu führen, dass ein Großteil dieser Rechte zusätzliche Einnahmen bringen wird.

Nee ... es ist nicht so kompliziert wie du denkst, wie ein Profi zu investieren

Jaja, ich weiß ... die Profis lassen es so unglaublich kompliziert erscheinen. "Finanzmodelle" zu erstellen klingt so raffiniert. Und schwer. Es ist aber alles andere als schwer. Die Mathematik ist einfach. Der Prozess ist klar. Und jetzt kannst du es von The Motley Fool lernen. Klick hier, um unseren neuen Sonderbericht "Wie man ein Unternehmen bewertet: Eine Einführung" kostenlos herunterzuladen.

The Motley Fool hält und empfiehlt Aktien Walt Disney.

Dieser Artikel wurde von Adam Levy auf Englisch verfasst und am 30.09.2017 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

Motley Fool Deutschland 2017