Wall Street legt Rückwärtsgang ein


Zweifel an einer zügigen Umsetzung einer großen US-Steuerreform haben die Wall Street zum Wochenschluss belastet. Nächster Schauplatz für das Vorhaben ist der Senat, wo die Republikaner um Präsident Donald Trump eine nur knappe Mehrheit haben. "Die Anleger sind deshalb nervös", sagte Massud Ghaussy, Direktor bei Nasdaq Advisory Services. Einer Reuters-Umfrage zufolge erwarten zwei Drittel von mehr als 60 befragten Volkswirten nicht, dass die Republikaner eine Reform noch 2017 durchbringen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor 0,4 Prozent auf 23.358 Punkte. Der breiter gefasste S & P-500 gab 0,3 Prozent auf 2578 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 0,15 Prozent auf 6782 Stellen. Der Dax in Frankfurt schloss 0,4 Prozent tiefer mit 12.993 Punkten.



Am Donnerstag hatten die US-Börsen noch von der Nachricht profitiert, dass Trump mit seinem Steuerreform-Vorhaben einen Schritt vorankam. Das Repräsentantenhaus hatte Pläne für die größte Änderung des Abgabensystems seit den 80er Jahren gebilligt. Die Reform sieht vor, die Unternehmenssteuer von 35 auf 20 Prozent zu senken. Auch Bürger sollen entlastet werden. Demokraten kritisieren das Vorhaben als Geschenk an Wohlhabende und die Wirtschaft.

Unter den Einzelwerten standen Twenty-First Century Fox im Fokus, die rund vier Prozent zulegten. Der Kabelnetz-Betreiber und Medienkonzern Comcast und der Mobilfunker Verizon haben Insidern zufolge Interesse an einem Kauf von Teilen des Film- und Fernsehkonzerns.


Mit überraschend hohen Zuwachsraten im dritten Quartal schnitt der Modehersteller Abercrombie & Fitch bei Anlegern gut ab. Vor allem die Marke Hollister mit Kleidung im Surferstil steigerte den Absatz deutlich. Die Abercrombie-Papiere kletterten um 25 Prozent.