Waldbrand an südspanischem Nationalpark noch nicht unter Kontrolle

Ein Waldbrand bedroht weiter den Nationalpark Doñana im Südwesten Spaniens. Das Feuer in Andalusien sei noch nicht unter Kontrolle, sondern breite sich immer weiter aus, sagte ein Feuersprecher. Bisher sei aber niemand verletzt worden

Ein Waldbrand hat am Montag weiter den Nationalpark Doñana im Südwesten Spaniens bedroht. Das Feuer in Andalusien sei noch nicht unter Kontrolle, sondern breite sich immer weiter aus, sagte ein Feuersprecher. Bisher sei aber niemand verletzt worden. Den Nationalpark haben die Flammen noch nicht erreicht, wie der Chef der andalusischen Umweltschutzbehörde, José Fiscal López, im Fernsehen sagte. Dies sei den Feuerwehrleuten zu verdanken, die in der Nacht gegen das gefährlichste Feuer gekämpft hätten.

Der Brand war am Samstagabend in der Nähe der Kleinstadt Moguer ausgebrochen. Der Nationalpark Doñana gehört zum Weltkulturerbe der Unesco und ist eine Touristenattraktion. Nach Behördenangaben wurden bereits mehr als 2000 Menschen in Sicherheit gebracht, darunter viele Touristen, die überstürzt einen Campingplatz und mehrere Hotels verlassen mussten. Im benachbarten Portugal gab es vor einer Woche 64 Tote bei Waldbränden, die erst am Donnerstag gelöscht werden konnten.

Am Montagmorgen kämpften nach Angaben der Feuerwehr mehr als 200 Einsatzkräfte mit 15 Löschfahrzeugen gegen die Flammen, unterstützt von sieben Hubschraubern und Flugzeugen. Moguers Bürgermeister Gustavo Cuéllar äußerte sich "vorsichtig optimistisch" zum Fortschritt der Löscharbeiten. Die Ursache für den Brand war zunächst unklar. Andalusiens Regionalregierung geht von vorsätzlicher oder versehentlicher Brandstiftung aus.

Mit seinen Sümpfen, Pinienwäldern und Dünen ist das Naturschutzgebiet Doñana an der spanischen Atlantikküste eines der schönsten Naturreservate Europas. Es beherbergt mehrere gefährdete Tierarten, darunter der seltene Iberische Luchs, der Spanische Kaiseradler, Hirsche und hunderttausende seltene Vögel wie Kraniche und Flamingos.

Wegen des Waldbrands musste auch eine Aufzuchtstation für Luchse in El Acebuche geräumt werden. Als die Tierschützer die Tiere einfingen und abtransportierten, geriet ein Weibchen in solchen Stress, dass es starb, wie die Aufzuchtstation am Sonntag mitteilte. Alle anderen Luchs seien aber "gesund und munter", sagte Moguers Bürgermeister. Jedes Tier stehe unter verstärkter Beobachtung.