Waldbrände, Trockenheit, Hitze: Europa ächzt unter dem Sommer

Waldbrände in vielen europäischen Ländern, Trockenheit sogar in den Niederlanden und England, 30 Grad warmes Mittelmeerwasser: Europa ächzt unter dem heißen Sommer.

In Frankreich wurde die Pariser Region als letztes aller Départements jetzt ebenfalls als zu trocken eingestuft. Das Land erlebt die dritte Hitzewelle des Jahres. In der Gegend um die südwestfranzösische Stadt Toulouse gelten seit Juni Einschränkungen beim Wasserverbrauch. Die Angler der Garonne stehen mittlerweile mitten im Flussbett. "Der Pegel ist um 50 bis 70 Meter zurückgegangen", so Mickaël Nguyen, Präsident des Anglerverbands in Toulouse, "an manchen Stellen sogar um 100 Meter."

Nach dem Tod eines Straßenarbeiters in Madrid durch einen Hitzschlag und schätzungsweise insgesamt mehr als 2000 Hitzetoten im Juli in Spanien versucht die Stadt Barcelona besonders gefährdete Menschen durch öffentliche klimatisierte Aufenthaltsräume zu schützen: "Das ist perfekt für alte Menschen", freut sich die 84-Jährige Caridad Trivino. "Ich komme jeden Tag hierher. Denn draußen ist es wie im Ofen."

Ein Bauer in Katalonien hat 100.000 Euro in ein Kühlsystem für seine Kühe investiert: Die Temperatur von 38 Grad kann so auf 25 gesenkt werden. Denn eine Kuh, der zu heiß ist, produziert weniger Milch, wird eher krank und ist weniger fruchtbar.

Notfallplan in den Niederlanden

Nach anhaltender Trockenheit herrscht auch in den Niederlanden nun offiziell Wassermangel - die Regierung hat einen Notfallplan in Gang gesetzt. Künftig werde ein zentrales Krisenteam die Wasservorräte verteilen. Dabei habe die Sicherheit der Deiche und Naturschutz Priorität, teilte der zuständige Minister für Infrastruktur und Wasserwirtschaft, Mark Harbers, am Mittwoch in Den Haag mit. Wenn die Trockenheit weiter anhalte, würden einschneidende Maßnahmen ergriffen.

Grund des Wassermangels sind die geringen Regenfälle, eine hohe Verdunstung und geringerer Zustrom von Süßwasser über die Flüsse aus den Ausland. In mehreren Regionen wurden bereits besondere Maßnahmen ergriffen. Dazu gehören Sprühverbote für Bauern.

Trockenheit in Südengland

In den südenglischen Regionen Kent und Sussex dürfen wegen der anhaltenden Trockenheit vorerst keine Gartenschläuche und Rasensprenger mehr benutzt werden. Der Versorger South East Water kündigte am Mittwoch ein temporäres Verbot an, das ab dem 12. August bis auf weiteres gelten soll. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 1000 Pfund (rund 1200 Euro).

Im Südosten seien nur acht Prozent der sonst üblichen Durchschnittsmenge an Regen gefallen. Auch im August und September gehen die langfristigen Prognosen von ähnlichen Witterungen aus.

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