Waldbrände in Portugal haben dieses Jahr schon knapp 62.000 Hektar Land zerstört

Schäden nach Waldbrand in Pedrógão Grande

Die Waldbrände in Portugal haben seit Jahresbeginn 61.600 Hektar Land niedergebrannt. Allein der verheerende Waldbrand in Pedrógão Grande im Zentrum des Landes habe 20.072 Hektar zerstört, teilte das Portugiesische Institut für Natur- und Waldschutz (ICNF) am Mittwoch in Lissabon mit. Bei diesem Brand waren im Juni 64 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 250 weitere verletzt worden.

Weitere 16.000 Hektar brannten im Juni durch ein Feuer in Góis im Bezirk Coimbra nieder. Die Schäden des Brandes in Pedrógão Grande bezifferten die Behörden auf knapp 200 Millionen Euro und sagten der Region Nothilfe insbesondere für die Landwirtschaft und die Reparatur von rund 500 beschädigten Häusern zu. Der Großbrand trug dazu bei, dass die bei Waldbränden zerstörte Fläche in Portugal dieses Jahr die höchste seit zehn Jahren ist, wie aus dem Bericht des ICNF zu entnehmen war.

Nachdem die Polizei zunächst Blitzschläge als Auslöser des Brandes von Pedrógão Grande vermutet hatte, wird mittlerweile auch Brandstiftung nicht mehr ausgeschlossen. Das portugiesische Meeres- und Atmosphäreninstitut (Ipma) hatte am Sonntag erklärt, die Blitzschlag-Theorie sei "wenig wahrscheinlich". Die ersten Blitze seien in der Region mehr als drei Stunden nach Ausbruch des Brandes registriert worden.

Laut einer ICNF-Untersuchung der Jahre 2003 bis 2013 sind nur 1,5 Prozent der Waldbrände in Portugal erwiesenermaßen natürlichen Ursprungs. Im Jahr 2013 wurden demnach 31 Prozent der Brände aus Versehen und 25 Prozent mit Absicht von Menschen gelegt. In vielen Fällen jedoch war die Ursache unklar. Seit Jahresbeginn nahm die Polizei 29 mutmaßliche Brandstifter fest.