Waldbrände um kroatische Großstadt Split eingedämmt

1 / 3
Brände nahe kroatischer Großstadt Split

Inmitten der Urlaubssaison brennen in zahlreichen südeuropäischen Ländern große Waldgebiete. Besonders dramatisch war die Lage rings um die kroatische Stadt Split, wie Medien berichteten. Aber auch in Portugal, Italien, Frankreich und Montenegro kämpfte die Feuerwehr vielerorts gegen die Flammen, die tausende Hektar Land verwüsteten.

Die Brände in Kroatien erreichten am Montagabend Vororte der zweitgrößten Stadt Split, wie örtliche Medien berichteten. Ein Einkaufszentrum musste evakuiert werden, mehrere Autos brannten aus. Dem Fernsehsender HRT zufolge geriet auch die städtische Mülldeponie in Brand.

Die Feuer konnten aber über Nacht unter Kontrolle gebracht werden, wie Bürgermeister Andro Krstulovic Opara dem Sender HRT sagte. "Es sieht so als, als läge das Schlimmste hinter uns. Split wurde gerettet", sagte der Behördenchef. Medienberichten zufolge waren am Dienstag jedoch mehrere Stadtteile ohne Strom und Wasserversorgung.

Über der Stadt an der Adriaküste war dicker schwarzer Rauch zu sehen. Insgesamt wurden den zweiten Tag in Folge mehrere Dutzend Waldbrände in der Gegend um Split gezählt. Mehrere Häuser gerieten bereits in Brand. Rund 400 Feuerwehrleute waren im Einsatz gegen die Flammen. Unterstützung erhielten sie von mehr als hundert Soldaten sowie Löschflugzeugen.

Ersten Schätzungen zufolge wurden rund 4500 Hektar Land verwüstet - vor allem Nadelwald, Olivenhaine und Buschland. Etwa 80 Menschen wurden verletzt, vor allem handelte es sich um Feuerwehrleute. Regierungschef Andrej Plenkovic reiste am Dienstag zu einem Krisentreffen nach Split.

Auch im Nachbarland Montenegro war die Lage angesichts von Waldbränden nach Behördenangaben weiter kritisch. Am Montag bat die Regierung des Balkanstaats die europäischen Länder um schnelle Hilfe im Kampf gegen die Waldbrände. Das Innenministerium in Podgorica schaltete den Europäischen Zivilschutz-Mechanismus ein, der grenzüberschreitende Hilfe im Katastrophenfall vorsieht.

Von den Flammen betroffen sind vor allem Gebiete am Südufer der Bucht von Kotor, die wegen ihrer landschaftlichen Schönheit und ihrer malerischen Ortschaften viele Touristen anzieht. Die Bürgermeister der bedrohten Städte Kotor, Tivat und Herceg Novi forderten die Regierung auf, bei den Nachbarländern - Kroatien, Bosnien und Serbien - um Löschflugzeuge zu bitten.

Auf der Halbinsel Lustica mussten mehrere hundert Camper in Sicherheit gebracht werden. Behördenangaben zufolge brachte nachlassender Wind etwas Linderung. "Wir tun, was wir können, um das Feuer unter Kontrolle zu bringen", sagte der Chef der Rettungskräfte, Zoran Barbic. Laut Innenministerium gab es jedoch noch zahlreiche Brandherde rings um Ortschaften weiter im Landesinnern. Die Ursache für die Brände in Kroatien und Montenegro war zunächst unklar.

In Portugal brachen derweil ebenfalls neue Waldbrände im Norden und in der Mitte des Landes aus. Dort waren bei Alijo, Viseu und in der Region Guarda insgesamt rund 1400 Feuerwehrleute sowie etwa ein Dutzend Löschflugzeuge und Hubschrauber im Einsatz. Im Juni waren bei einem verheerenden Waldbrand in Portugal 64 Menschen ums Leben gekommen und mehr als 250 verletzt worden.

In Italien war vor allem die Region Latium um Rom betroffen. Während die Feuer dort in einem Naturpark an der Küste mit Hilfe von Flugzeugen am Montag gelöscht werden konnten, wurden aus der Provinz Cosenza in Kalabrien am Dienstag neue Brände gemeldet. Auch bei Neapel loderten die Flammen in der Nähe des Wohngebiets Posillipo wieder auf.

Waldgebiete standen auch in Südfrankreich in Flammen, insbesondere nördlich von Nizza und auf Korsika.

Auch in Kanada wüteten schwere Waldbrände: Fast 40.000 Einwohner in den betroffenen Gebieten mussten ihre Häuser verlassen - so viele wie nie zuvor, wie die Behörden in der Provinz British Columbia am Montag (Ortszeit) mitteilten. Löschflugzeuge und tausende Rettungskräfte aus dem ganzen Land waren im Einsatz. Unterstützung erhielten die Brandbekämpfer von australischen Feuerwehrleuten.