Waldbesitzer fordern mehr Unterstützung im Kampf gegen Klimawandel

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BERLIN (dpa-AFX) - Deutschlands Waldbesitzer fordern mehr Unterstützung von der Politik, um mit den Folgen des Klimawandels besser umgehen zu können. "Wir können uns eine romantische Sicht auf den Wald nicht mehr leisten und müssen alles dafür tun, dass der Wald klimastabil wird", erklärte der Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrats (DHWR), Steffen Rathke, in Berlin anlässlich des Tags des Waldes an diesem Sonntag. Die Pflanzung der bei Trockenheit robusten Douglasie und anderer Bäume wie der nordamerikanischen Roteiche könnten aus Sicht des DWHR dabei helfen, damit es trotz Klimawandel gesunde Wälder gibt. Die Fichte hingegen braucht zu viel Wasser.

Um die Wälder umzugestalten, fordert das Branchensprachrohr mehr Geld vom Staat samt gezielter und umfassender Förderprogramme. "Nur durch Investitionen in klimaangepasste Mischwälder wird es möglich, den Beitrag des Waldes und der Holzverwendung als Kohlenstoffsenker zu erhöhen und so die Klimaziele Deutschlands zu erreichen", sagte Rathke. Eine "aktivere Bewirtschaftung" sei nötig. Man dürfe den Wald nicht sich selbst überlassen, um ihn zu retten - wer so eine Auffassung habe, sei auf dem Holzweg. Zudem sollten bürokratische Hürden für die Genehmigung von Lagerplätzen abgebaut werden, um der Holzwirtschaft die Arbeit zu erleichtern.

Rathke verwies auf den Waldzustandsbericht der Bundesregierung, demzufolge vier von fünf Bäumen in Deutschland eine lichte Krone haben - der Anteil von gesunden Bäumen sei so gering wie noch nie seit Beginn der Erhebungen 1984. Der Holzwirtschaftsrat ist die Dachorganisation der Branche, er vertritt nach eigenen Angaben 70 000 deutsche Betriebe, die 650 000 Beschäftigte haben und auf einen jährlichen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro kommen. Die Branche ist weit gefasst, neben Holzhändlern gehören unter anderem Tischler, Schreiner, Fensterbauer, Papierfabriken und die Möbelindustrie dazu.