Waldbühne: So begeisterten die Berliner Philharmoniker im Nieselregen

Es gab schon originellere Waldbühnenprogramme des Orchesters. Trotzdem war es ein sehr gelungener Auftritt zum Ende der Saison.

Spielen sie oder spielen sie nicht? Das weiß wohl auch Philharmoniker-Intendant Martin Hofmann nicht so ganz genau, als er beim alljährlichen Waldbühnenkonzert des Orchesters fünf Minuten vor Beginn im Nieselregen vor das Publikum tritt. Dieses ist zahlreich erschienen, ein Meer von bunten Regenschirmen schmückt die Ränge.

Noch eine halbe Stunde vorher hat es gegossen, aber für das Orchester wäre nur eine Windböe, die den Regen in die Geigenmassen weht, gefährlich. Solches geschieht nicht, und Regenschirme werden wegen der Geringfügigkeit des Niederschlags und der Piek-Gefahr für den Nachbarn dann von den Platzanweisern verboten. So sieht man einen beschwingten Gustavo Dudamel die Bühne betreten und die ebenso geartete Rheinische Sinfonie von Robert Schumann dirigieren.

Es ist eine elegante Interpretation, Dudamel präsentiert sich nach zuletzt eher steifen Berliner Auftritten nun befreiter, wiewohl die Augen Berlins nun noch mehr auf ihm ruhen. Das Publikum lässt sich nicht beirren, auch nicht von der immer noch unwägbaren Wetterlage. Nach der Pause, die Wenigsten sind gegangen, ertönt mit vergrößertem Orchester ein volltönendes Programm aus Wagners "Ring des Nibelungen":

Der Einzug der Götter steht am Anfang, zum Schluss, nach dem Regen, nach dem Applaus, gibt es Isoldes Liebestod und die Berliner Luft. Es gab schon originellere Waldbühnenprogramme des Orchesters, zugegeben, aber Wagner kann die Instrumente auch in diesem populären Massen-Szenario bestens inszenieren. Trotz all...

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