Harden tobt: Schiri-Ärger nach Bostons Comeback

Robin Wigger
James Harden (l.) regte sich über die Schiedsrichter auf

Unfassbares Ende im NBA-Spitzenspiel zwischen den Boston Celtics und den Houston Rockets!

Elf Sekunden vor dem Ende sahen die Rockets wie der sichere Sieger aus. James Harden hatte gerade von der Freiwurflinie beide Versuche verwandelt, sein Team lag mit 98:95 in Front.

Doch was dann passierte, wird Harden schnell vergessen wollen. Denn Boston gewann mit 99:98.

Hardens folgenschwere Fouls

Zunächst gelang es Bostons Jayson Tatum, per Dunk auf 97:98 zu verkürzen. Beim anschließenden Einwurf beging Harden ein Offensivfoul. Sein Schubser gegen Marcus Smart war für die Schiedsrichter zu viel des Guten (Tabellen der NBA).

Die Celtics erhielten den Ball zurück und Al Horford brachte die Gastgeber aus kurzer Distanz in Führung. Bei einer Restspielzeit von 3,9 Sekunden hatte Houston aber noch die Chance, zu antworten.

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Doch erneut hängten Gegenspieler Smart und die Schiedsrichter Harden beim Einwurf ein Offensivfoul an - es bedeutete den achten Ballverlust für den Superstar und Ballbesitz Boston.

Houston schickte Horford mit einem absichtlichen Foul an die Linie. Dem Big Men versagten zwar zwei Mal die Nerven, da die Rockets aber keine Auszeit mehr hatten, blieb Eric Gordon nur ein Verzweiflungswurf übrig, der sein Ziel verfehlte - und Bostons Mega-Comeback war vollbracht.

"Es zeigt den Wert von Marcus Smart für unsere Gruppe und was er für unser Team macht", lobte Horford Teamkollegen Smart.

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Wut über Schiedsrichter

Harden war verständlicherweise wenig angetan von den Schiedsrichtern. Sein Zorn bezog sich vor allem auf die Tatsache, dass ausnahmsweise zwei statt drei Referees auf dem Feld standen. Da Mark Lindsay sich kurz vor der Partie eine Rückenverletzung zugezogen hatte, mussten Tony Brothers und Gediminas Petraitis das Spiel alleine durchführen.

"Zu allererst stelle ich die Frage, wie man bei einem Spiel, das im nationalen TV zu sehen ist, nur zwei Schiedsrichter haben kann?", sagte Harden: "Das darf nicht passieren. Das ist inakzeptabel." Zu den Rangeleien mit Smart meinte der Guard: "Es war viel Halten und Zerren. Wie soll ich mich sonst freimachen, wenn zwei Arme um meinen Körper herumgewickelt sind?"

Boston mit Mega-Aufholjagd

In der ersten Hälfte lagen die Gäste zeitweise mit 26 Punkten in Front. Das lag auch an der lange Zeit starken Performance von Harden, der insgesamt 34 Punkte und zehn Assists erzielte. Auf Seiten der Celtics war Kyrie Irving mit 26 Zählern bester Werfer.

"Ich habe schon einige Comebacks miterlebt, aber das war besonders. Zu Beginn war es so hässlich. Sie kamen heiß raus. Wir mussten uns zurückkämpfen. Es hat einiges gebraucht. Wir haben jeden gebraucht", sagte Irving. Daniel Theis spielte nur fünf Minuten und blieb ohne Punkte.

Boston, das ohne Jaylen Brown antreten musste, ist mit 29 Siegen und zehn Niederlagen Erster in der Eastern Conference - knapp vor den Toronto Raptors (23:10) und den Cleveland Cavaliers (24:11).

Houston verlor ohne Chris Paul bereits zum vierten Mal in Folge und ist einer Bilanz von 25:8 Zweiter im Westen hinter den Golden State Warriors (28:7).