Wahlserie: Wie Berlin die schlechte Luft bekämpfen will – und muss

Starker Verkehr sorgt an vielen Berliner Straßen für zu hohe Stickstoff-Belastung

Zehn Quadratmeter im neunten Stock mit famoser Aussicht – Rainer Dudek liebt seinen Balkon. Eigentlich. Denn benutzen kann er ihn höchstens zum Wäsche aufhängen. Weiße Laken müssen allerdings drinnen bleiben. Sonst werden sie grau.

Bild Nr. 1:
Rainer Dudek, langjähriger Anwohner der Leipziger Straße Anikka Bauer

Seit 37 Jahren lebt Dudek an der Leipziger Straße. Der Rentner hängt an diesem Ort, dem Spittelmarkt, den Häuserschluchten. Sonst wäre er schon längst weggezogen, wie er zugibt. Denn an der sechsspurigen Straße vor seinen Haustür, auf der täglich rund 60.000 Autos vorbeifahren, hängt er nicht. "Der Lärm und die Abgase sind extrem gesundheitsschädigend", sagt der 77-Jährige. Über all die Jahre sei die Situation immer schlimmer geworden.

Nirgendwo ist die viel besungene Berliner Luft so schlecht wie an der Leipziger Straße. Laut den Messwerten aus dem vergangenen Jahr lag die durchschnittliche Belastung mit Stickstoffdioxid bei durchschnittlich 66 Mikrogramm pro Kubikmeter. Der seit sieben Jahren geltende EU-Grenzwert liegt bei 40 Mikrogramm, und wurde in Berlin in jedem Jahr nicht eingehalten. Insgesamt 26.000 Menschen wohnen an Straßen, die betroffen sind. Dazu kommen Fußgänger, Radfahrer.

Die von den Grünen geleitete Berliner Verkehrsverwaltung hat den Giftschwaden den Kampf angesagt. Ein Vorschlag von Verkehrssenatorin Regine Günther (parteilos) ist die Einführung von Tempo 30 auf Hauptstraßen. Zur Diskussionen stehen Abschnitte von fünf Straßen, auch auf der Leipziger Straße.

Mehrheit der Berliner ist gegen Tempo 30 auf Hauptstraßen

Doch ob Tempo 30 ...

Lesen Sie hier weiter!