Wahlkampfauftakt in Russland

In weniger als 100 Tagen wird ein neuer Präsident für Russland gewählt. In Moskau werden jetzt schon mal öffentlichkeitswirksam die Wahlurnen präsentiert. Elektronisch sind sie, mit einem Papiereinzug. Der optische Eindruck erinnert an einen übertechnologisierten Schredder.

"Wir hoffen, dass die Bürger die Wahl ernst nehmen und nicht zuhause bleiben und sich später über das Ergebnis beschweren“, so die Leiterin der Wahlkommission, Ella Pamfilowa. „Der Präsident muss vom Volk legitimiert sein, die Wahl muss transparent ablaufen und niemand sollte Grund haben, daran zu zweifeln."

Offiziell steht die Kandidatenliste noch nicht. Aber einer wird sich auf jeden Fall wieder bewerben: Wladimir Putin. Umfragen zeigen: Die Chancen stehen gut, dass der alte Präsident auch der neue wird.

Alexej Nawalny, der prominente Regierungskritiker, hat schon vor einer Weile seinen Wahlkampf begonnen. Der ist aber eher eine Protestshow, denn wegen einer Bewährungsstrafe darf er nicht für den Präsidentenposten kandidieren.

Anders die liberale Journalistin Xenia Sobtschak. Sie positioniert sich gegen alle anderen Kandidaten und will nach eigener Aussage allen eine Stimme geben, die sich sonst nicht vertreten fühlen.

Der Rechtspopulist Wladimir Schirinowski ist ein weiterer Kandidat. Er ist ein Wahlkampf-Veteran, ebenso wie sein Konkurrent Gennadi Sjuganow, der das kommunistische Lager vertritt.