Wahlkampf in Pakistan: Blutiger Anschlag tötet mehr als 100 Menschen

Es war einer der tödlichsten Angriffe während des Wahlkampfes in Pakistan: In der Stadt Mastung in der südwestlich gelegenenen Provinz Belutischistan sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft und riss mindestens 128 Menschen mit in den Tod, 300 weitere wurden verletzt.

Mehrere Extremistengruppen bekennen sich zu blutigem Anschlag

Der Angriff tötete auch einen Kandidaten der Awami Partei für die Povinzregierung Belustschistans. Schon am Morgen hatte es bei einer Wahlkampfveranstaltung im Norden des Landes eine Explosion gegeben, die 5 Menschen tötete.  Sowohl die IS-Miliz als auch eine Splittergruppe der Taliban bekannten sich zu dem Anschlag.

Einreise und Festnahme von Ex-Premier Nawaz Sharif

Die Explosion ereigneten sich wenige Stunden vor der Einreise und Festnahme von Ex-Premier Nawaz Sharif und seiner Tochter Maryam. Der noch immer einflussreiche Politiker war vor einer Woche in Abwesenheit wegen Korruption zu zehn Jahren Haft verurteilt worden, seine Tochter Maryam muss für acht Jahre hinter Gitter. Es wird erwartet, dass die beiden Berufung gegen das Urteil einlegen werden. Dazu haben sie noch bis Montag Zeit.

Sharifs Muslimliga, die Volkspartei PML-N, stellt derzeit die Regierung. In vielen Städten gab es am Freitag große Demonstrationen und Protestmärsche gegen die Verhaftung von Sharif . Seine Anhänger sprechen bei dem Gerichtsverfahren von einer "politischen Verschwörung", sie vermuten, dass das Militär das Urteil beeinflusst haben könnte.

Pakistans einflussreiches Militär

Das Militär hat in Pakistan großen Einfluss und führt regelmäßig massive Offensiven gegen Islamisten durch. Dadurch ist die Zahl der Attentate wesentlich verringert wurden. Journalisten, Menschenrechtler und Politiker befürchten aber, dass das Militär versuchen werde, das Ergebnis der Wahlen zu beeinflussen - gegen die regierende Partei (PML-N) des militärkritischen Ex-Premiers Nawaz Sharif.

Wahlkommission baut auf Armee: 370.000 Sicherheitskräfte im Einsatz

Die Wahlkommission hat das Militär dennoch darum gebeten, bei den anstehenden Wahlen für Sicherheit zu sorgen . 370.000 Sicherheitskräfte sollen die rund 48.000 Gebäude samt Wahlurnen schützen. Das sind mehr als fünfmal soviel wie bei der vergangenen Wahl 2013, damals waren rund 75.000 Soldaten vor Ort. Das Militär ist auch mit der Sicherheit für das Drucken der Wahlzettel und für die Übermittlung der Wahlergebnisse zuständig, hieß von der Wahlkommission.

Bei der Parlamentswahl am 25. Juli sind mehr als 100 Millionen wahlberechtigte Pakistaner dazu aufgerufen, eine neue Nationalversammlung sowie Provinzparlamente zu wählen.