Wahlkampf: Genossen, vergesst Merkel!

Martin Schulz wird nur Kanzler, wenn er zwei Tabus bricht.

In welchem Jahr sind wir? 2017? Schaut man auf die Wahlplakate der SPD, wähnt man sich 2013 oder 2009 oder noch früher. Biedere Motive, altbekannte Slogans. Man könnte gutwillig sagen, die SPD bleibt sich treu, aber muss es so ohne jeden Witz, ohne jede Überraschung sein? Über diese Plakate spricht man nicht. 2013 kam die SPD auf 25,7 Prozent und hat sich gewundert. Jetzt steht sie wieder bei maximal 25 Prozent und man wundert sich nicht.

Martin Schulz will Kanzler werden. Aber dem Land geht’s unter Kanzlerin Merkel vergleichsweise gut. Und dabei hat die SPD gehörig mitgeholfen. Die große Koalition hat niemandem geschadet. Nicht einmal der SPD. Lediglich einige Parteifunktionäre leiden gehörig.

Warum dieses Starren auf die Kanzlerin?

Die Therapie, die das Lehrbuch für Wahlkämpfer für dieses Leiden vorsieht, heißt: Angriff. Zuletzt hatte die Parteizentrale, vielleicht war es auch Schulz selbst, die Idee, die Kanzlerin wegen ihrer Flüchtlingspolitik anzugreifen. Sie hätte 2015, so krittelte Schulz, die anderen EU-Regierungschefs einbeziehen müssen. Darf man sich das Telefonat zwischen einem Kanzler Schulz und Victor Orban, den er – noch EU-Parlamentspräsident – spöttisch...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung