Wahlkampf beschert fast allen im Bundestag vertretenen Parteien mehr Mitglieder

Parteien verzeichnen Mitgliederzuwachs

Der Wahlkampf hat fast allen im Bundestag vertretenen Parteien einen kräftigen Mitgliederzuwachs beschert. Wie die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland am Sonntag unter Berufung auf eine Umfrage bei den Parteien berichteten, profitierten davon am meisten SPD, Linke, Grüne, FDP und AfD. Alle haben demnach mehrere tausend zusätzliche Mitglieder im Vergleich zu Ende 2016. Die CDU hingegen verlor demnach leicht.

Die SPD gab die Zahl ihrer Mitglieder zuletzt mit 440.309 an, das war ein Plus von knapp 1,8 Prozent im Vergleich zu Ende 2016. Bis zum Donnerstag nach der Bundestagswahl habe es online 3000 Neueintritte gegeben, zitierten die Zeitungen SPD-Parteichef Martin Schulz. Damit sind die Sozialdemokraten vor der CDU weiterhin die mitgliederstärkste Partei.

Die CDU hatte Ende August mit 427.556 Mitgliedern rund ein Prozent weniger als Ende 2016, zu Eintritten nach der Wahl machte die Partei keine Angaben. Auch bei der CSU konnte ein Sprecher nichts zur Entwicklung seit der Bundestagswahl sagen, die Mitgliederzahl stagnierte. Bei der Linkspartei stand unterm Strich ein Plus von 3,4 Prozent im Vergleich zum Ende des Jahres 2016. In den ersten Tagen nach der Wahl habe es einen "regelrechten Eintrittsboom" gegeben, sagte ein Sprecher.

Die Grünen wuchsen im ersten Quartal 2017 um 536 Mitglieder. Seit der Wahl seien weitere gut tausend Menschen eingetreten, berichteten die Zeitungen. Die FDP verzeichnete seit Ende 2016 ein sattes Plus von mehr als 6100 Mitgliedern.

Auch die rechtspopulistische AfD zog neue Mitglieder an. Ende 2016 zählte die Partei 23.802 Mitglieder, Ende August waren es 28.000. Drei Tage nach der Wahl erklärte die Partei, es seien mehr als 500 Anträge in der Bundesgeschäftsstelle angekommen.