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Wahlen im Mai: Exil-Türken hoffen auf ein Scheitern Erdogans

Sie ist eine von vielen türkischen Akademiker:innen, die in den vergangenen Jahren die Türkei verlassen haben haben, weil sie die Politik der türkischen Regierung ablehnen. Sie lebt jetzt in Berlin und will ihren Namen nicht nennen, weil sie Repressalien in ihrem Land befürchtet.

Sie spricht von einem Gefühl des Verlustes, von den vielen Dingen, die man aufgibt, wenn man sich entschließt, das Land zu verlassen und woanders neu anfängt.

In der Türkei finden im Mai Parlamentswahlen statt. Der Opposition werden die besten Chancen für einen Sieg vorausgesagt, seit der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan vor 20 Jahren an die Macht kam.

Die Zahl der türkischen Flüchtlinge in Deutschland ist seit dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei im Jahr 2016 drastisch gestiegen. Damals war die Türkei laut NGOs hart gegen kritische Stimmen vorgegangen. Das deutsche Innenministerium teilt Euronews mit, dass mehr als 21.000 türkische Staatsangehörige in den vergangenen Jahren Asyl oder den Flüchtlingsstatus erhalten haben.

In Deutschland leben etwa 3 Millionen Menschen mit türkischem Migrationshintergrund.Der Zustrom politischer Dissidenten werde wahrscheinlich abreißen, wenn Erdogan die Wahl verliert, sagt Professor Salim Cevik, Experte für Menschenrechte in der Türkei am Centre for Applied Turkey Studies im Berlin.

"Das Schaffen von Rechtsstaatlichkeit wird einige Zeit dauern. Aber selbst wenn die Rechtsstaatlichkeit hergestellt ist, werden die Menschen nicht sofort zurückkehren, wenn es Gerichtsverfahren und Urteile gegen sie gibt."

Für sie wäre eine Rückkehr oder zumindest ein Heimatbesuch nach einem Sieg der Opposition eine Erleichterung, sagt unsere Türkei-Exilantin in Berlin. Sie hoffe darauf, dass die Freude zurückbekomme, die Freude, Teil einer Gemeinschaft zu sein, das Gefühl von Sicherheit und einer gemeinsamen Zukunft.

Für diejenigen, die Asyl bekommen haben, ist die Situation noch komplizierter. Das deutsche Innenministerium sagt, sie könnten ihren Status verlieren, wenn sie für einen längeren Aufenthalt die Türkei besuchen.