Wahlen in Liberia – Bewährungsprobe für die Demokratie

Im westafrikanischen Liberia steht an diesem Dienstag der erste friedliche Machtwechsel seit Jahrzehnten bevor. 2,2 Millionen Liberianer sind aufgerufen, ein neues Parlament und einen Nachfolger für die 72-jährige mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf zu wählen, sie tritt nach zwei Amtszeiten ab.

“Die Zukunft des Landes liegt in Eurer Hand”, lautet der Appell der scheidenden Präsidentin an die Wähler. Niemand habe Anspruch auf ihre Stimmen, weder aus Gründen der ethnischen noch der religiösen, Partei- oder Stammeszugehörigkeit.

Die knapp 5400 Wahllokale sind von 07:00 Uhr (MESZ) bis 19:00 Uhr geöffnet – unter starkem Sicherheitsaufgebot und Aufsicht der UN-Mission in Liberia (UNMIL). Die Wahl gilt als wichtiger Test für die Demokratie in dem früheren Bürgerkriegsland.

“Das Sicherheitspersonal in den Wahlbüros darf sich nicht an der Öffnung der Wahlurnen und der Auszählung beteiligen”, sagt Polizeisprecher Sam Collins. “Wir haben unsere Mitarbeiter klar angewiesen, sich aus dem Wahlprozess herauszuhalten.”

Erste Ergebnisse werden rund 24 Stunden nach Schließung der Wahllokale erwartet. Die zentrale Wahlkommission hat zwei Wochen Zeit, um bekannt zu geben, wer das westafrikanische Land künftig regieren wird.

africanews-Reporter Nii Akrofi Smart-Abbey sagt: “Die Wahlunterlagen sind in sämtlichen Wahlbüros eingetroffen. Auch die Sicherheitskräfte sind bereit, für eine friedliche und transparente Wahl zu sorgen. Nun ist es an den Liberianern zu entscheiden.”