Wahl Sportstipendiat:in des Jahres: Das ist Katharina Lang

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Wahl Sportstipendiat:in des Jahres: Das ist Katharina Lang
Wahl Sportstipendiat:in des Jahres: Das ist Katharina Lang

Jährlich zeichnet die Deutsche Sporthilfe die besten studierende Athleten Deutschlands mit dem Titel des besten deutschen Sportstipendiat/in aus.

Die Deutsche Sporthilfe und die Deutsche Bank würdigen dabei die Leistungen studierender Spitzensportler:innen. (SERVICE: Wahl Sportstipendiat:in des Jahres - so funktioniert's)

Fünf Top-Athlet:innen stehen auf www.sportstipendiat.de zur Wahl- darunter auch Katharina Lang. (SERVICE; Das sind Kandidaten der Sport-Stipendiaten-Wahl 2021)

Die Basketball-Nationalspielerin begann ihre sportliche Laufbahn als "Fußgängerin", wurde 2009 mit Bad Aibling Deutsche Meisterin, bevor sie nach mehreren Kreuzbandrissen zum Rollstuhl-Basketball wechselte.

Dank eines Sportstipendiums studierte die 28-jährige Nationalspielerin die vergangenen Jahre Marketing in den USA an der University of Alabama, wo sie inmitten der Corona-Pandemie nicht nur das College-Team als Kapitänin zum Nationalen Titel führte, sondern auch ihren Bachelor mit Auszeichnung ablegte.

Über Olympia: "Wird auf keinen Fall ein Selbstläufer"

Frage: Vor kurzem sind die Vorrundengruppen für die Spiele in Tokio ausgelost worden, wie groß ist die Vorfreude auf die erste Paralympics-Teilnahme?

Lang: Ich freue mich unglaublich auf Tokio, jetzt, wo zu 90 Prozent feststeht, dass die Spiele stattfinden. (NEWS: Alles zu den Olympischen Spielen)

Frage: Das deutsche Team hat bei den vergangenen drei Spielen in Peking, London und Rio einmal Gold und zweimal Silber gewonnen. Ist eine Medaille in Tokio fest eingeplant?

Lang: Das wird auf keinen Fall ein Selbstläufer. Die anderen Nationen haben zuletzt enorm hart gearbeitet und viel Geld eingesetzt, um sich weiterzuentwickeln. Sie haben teilweise deutlich höhere finanzielle Mittel als wir zur Verfügung. Dazu kommt, dass es in den letzten Jahren in unserem Team einen Umbruch gab, weil einige erfahrene Spielerinnen aufgehört haben. Aber wir versuchen natürlich, oben dranzubleiben und das Beste rauszuholen. Wir alle wollen mit einer Medaille nach Hause fahren. Dafür haben wir die letzten Jahre sehr hart gearbeitet.

"Wurden aufgefordert die USA zu verlassen"

Frage: Wie hat dabei die bisherige Corona-Zeit beeinflusst? Viele deutsche Athlet:innen – das zeigen kürzlich veröffentlichte Umfrage-Ergebnisse – haben in den letzten Monaten daran gedacht, ihre Sportkarriere zu beenden.

Lang: Ich gebe zu, ich habe auch dazugehört. Mitte März letzten Jahres wurden wir aufgrund der Pandemie von der Uni aufgefordert, die USA zu verlassen und nach Hause zu fliegen. Als dann auch noch die Paralympics verschoben wurden, stand ich plötzlich gefühlt vor dem Nichts. Zuvor hatte ich die Tage bis Tokio runtergezählt, und auf einmal wurden wieder 365 Tage oben draufgepackt. Die ganze Arbeit noch mal von vorne, ohne zu wissen, ob die Spiele 2021 tatsächlich stattfinden würden?! Das hat schon an mir genagt.

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Frage: Wie kommt man aus diesem mentalen Loch wieder heraus?

Lang: Ich entschloss mich, eine Schulter-OP vorzuziehen, die eigentlich erst nach Tokio angedacht war. Ich dachte, so kann ich die Zeit am besten nutzen – was letztendlich auch super geklappt hat. Dank der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Sporthilfe und das Deutsche Bank Sport-Stipendium konnte ich mir Kraftraum-Equipment für das Heim-Training anschaffen und mich so bis zum Saisonstart im August in den USA wieder fit machen.

Katharina Lang: "Ich wurde zur Nachteule"

Frage: Wie motiviert konnten Sie Ihr Studium fortführen? Immerhin haben Sie die Semester zuvor stets auf der President's List der University of Alabama gestanden, welche die Student:innen mit einem Notenschnitt von 1,0 auflistet.

Lang: Ich hatte zumindest die Motivation, diesen Schnitt auch weiterhin zu halten. Allerdings musste ich den Rest des Frühlings-Semesters von München aus bewältigen. Ich bin jemand, der gerne früh ins Bett geht, und plötzlich hatte ich durch die Zeitverschiebung in die USA Vorlesungen, die von Mitternacht bis drei oder vier Uhr morgens gingen. Ich wurde zur Nachteule, um mein Studium erfolgreich voranzutreiben.

Frage: Kommen wir noch mal auf den Sport zurück. Wie reagieren Menschen, wenn man erzählt, dass man Rollstuhlbasketball spielt, im Alltag aber gar nicht auf diesen angewiesen ist?

Lang: Sie schauen erstmal sehr verdutzt. Mir macht es dann immer Freude, aufklären zu können, dass eigentlich jeder Mensch, ob behindert oder nicht, Rollstuhl-Basketball spielen kann. Der Sport macht mir so viel Spaß, dass ich mir durchaus vorstellen kann, auch 2024 in Paris noch an den Start zu gehen. Auch wenn ich dann schon über 30 bin. Dann aber hoffentlich mit Zuschauern und meiner Familie im Publikum. Denn die werde ich als Fans vor Ort in Tokio vermissen.

Steckbrief

Name: Katharina Lang (geboren am 2. Januar 1993 in München)
Sportart: Rollstuhlbasketball
Wohnort: München'
Verein: RBB München Iguanas / University of Alabama
Größte Erfolge: WM-Dritte 2018, EM-Dritte 2019, EM-Zweite 2017, Siegerin der College Nationals (USA) 2019 und 2021
Studium: Marketing
Universität: The University of Alabama (USA)

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