Waghalsiges Flugmanöver: Pilot trotzt Hurrikan Irma

Mutig oder fahrlässig? Eine Maschine von Delta Air Lines flog trotz Sturmwarnung nach Puerto Rico. (Symbolbild: AP Photo)

Während der Flugverkehr in die Karibik aufgrund des verheerenden Hurrikans Irma größtenteils eingestellt wurde, trotzte der Pilot einer Passagiermaschine aus New York der Naturgewalt.

Da waren Turbulenzen vorprogrammiert: Obwohl derzeit Irma, ein Hurrikan der Stärke fünf, die Karibikinsel Puerto Rico bedroht, steuerte eine Maschine der US-Fluggesellschaft Delta Air Lines am Mittwoch den Flughafen der Hauptstadt San Juan an.

Morgens, um 8:39 Uhr Ortszeit, machte sich der Flug DL431 auf den Weg von New York nach Puerto Rico. Der Hurrikan hatte die Insel zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit voller Stärke erreicht, dennoch wurden alle anderen Flüge dorthin bereits gestrichen. Einige Maschinen, die bereits unterwegs waren, drehten auf halber Strecke wieder nach New York um.

Die Boeing 737-900ER von Delta machte sich jedoch unbeirrt auf den Weg und landete nach dreieinhalb Stunden Flugzeit pünktlich um 12:01 Uhr in San Juan. Nach einer rekordverdächtigen Umladezeit und mit 173 neuen Passagieren an Bord hob die Maschine bereits 50 Minuten später als Flug DL302 wieder ab und erreichte den New Yorker Flughafen JFK um 16:15 Uhr – 46 Minuten vor der planmäßigen Ankunftszeit.

Im Internet fieberten zahlreiche Schaulustige mit, die die waghalsige Aktion live mitverfolgten. Dank öffentlicher Flugradare konnte man den Flug nämlich in Echtzeit tracken. Auf den Aufnahmen wird klar, dass das Delta-Flugzeug gezielt Lücken zwischen den Vorläufern des Sturmes nutzte, um Irma weitestgehend zu umfliegen.

Ein Mitarbeiter des Flughafens San Juan filmte, wie die Maschine inmitten von Regen und starken Windböen Richtung New York abhob. Sie war das letzte Flugzeug, das während des Sturms ankam und abflog – nach ihr wurde der Flughafen geschlossen.

In einem Statement verteidigte Erik Snell von Delta Air Lines das riskante Manöver: „Unser Meteorologie-Team ist das Beste im Geschäft. Es hat sich die Wetterdaten und den Verlauf des Sturms genau angeschaut und zusammen mit dem Flugpersonal und Flugdienstberatern entschieden, dass es sicher war, den Flug durchzuführen. Unser Bord- und Bodenpersonal hat unglaubliche Arbeit geleistet, um sicherzustellen, dass die Maschine schnell und sicher vor der Hurrikan-Bedrohung abfliegen konnte.“

Sehen Sie auch: “Irma” tobt unvermindert weiter