Wagenknecht wirbt im Kampf mit der AfD um den dritten Platz für die Linke

Wahplakat der Linken

Linken-Spitzenkandidatin Sahra Wagenknecht hat um Stimmen für ihre Partei geworben, damit die AfD bei der Bundestagswahl nicht auf den dritten Platz kommt. "Jetzt geht es darum, wer wird drittstärkste Kraft", sagte Wagenknecht am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin". "Das halte ich tatsächlich für die ganz entscheidende Frage bei dieser Wahl, weil das die Politik der nächsten Jahre maßgeblich mitbestimmen wird."

Der Kampf um den dritten Platz hinter Union und SPD sei viel wichtiger als die Frage, ob die SPD ein Prozent mehr oder weniger bekomme. "Das Rennen ist gelaufen", sagte Wagenknecht im Hinblick auf Umfragen. Danach können die Sozialdemokraten mit dem zweiten Platz rechnen, ein Wahlsieg gegen die Union scheint aber unwahrscheinlich.

Es mache einen großen Unterschied, "ob die Opposition dominiert wird von einer Partei wie der Linken, die soziale Themen auf die Agenda setzt", fügte die Linken-Politikerin hinzu. "Oder ob zum Beispiel die AfD es schafft, Oppositionsführer zu werden, was ja ein enormer Rechtsruck wäre."

Je nach Umfrage könnte die Linke ebenso wie die AfD drittstärkste Partei bei der Bundestagswahl am Sonntag werden. Kommt es nach der Wahl zu einer Wiederauflage der großen Koalition von CDU/CSU und SPD, übernimmt die Partei mit den drittmeisten Stimmen die Rolle des Oppositionsführers im Bundestag.