Wagenknecht: Sorgen wegen Zuwanderung haben nichts mit Rassismus zu tun

Sahra Wagenknecht

Linken-Fraktionschefin Sahra Wagenknecht hat ihre Partei aufgefordert, Unmut in der Bevölkerung über die Zuwanderung ernst zu nehmen. Es sei ein Problem, "wenn in ärmeren Vierteln bis zu 80 Prozent der Kinder bei der Einschulung kaum Deutsch sprechen", sagte Wagenknecht der "Frankfurter Allgemeinen Woche". Für Wagenknecht ist es "ganz sicher keine linke Politik, die Betroffenen dann vom hohen Ross des gutsituierten Politikers zu belehren, sie sollten die neue Vielfalt doch als Gewinn betrachten".

Wagenknecht warnte die Linke davor, eine "neugrüne Lifestyle-Partei" zu werden, die "Traditionen und die Identität der 'kleinen Leute' verachtet". Die Linke müsse anerkennen, dass die Probleme, mit denen gerade die Ärmeren täglich zu tun hätten, zwar nicht mit der Flüchtlingskrise entstanden seien, "aber sich dadurch oft verschärft haben".

Als Beispiele nannte sie "Konkurrenz um schlecht bezahlte Jobs und bezahlbare Wohnungen, mangelnde öffentliche Sicherheit, Entstehung von Parallelwelten, in denen sich ein radikalisierter Islam ausbreitet". Wagenknecht warnte: "Wer Probleme wegredet, dem hören die Leute am Ende eben nicht mehr zu."

Das treibe die Menschen in die Arme der AfD, "die entsprechende Ängste dann ins Rassistische wendet", sagte die Linken-Fraktionschefin. "Aber die Sorgen und der Unmut der Leute haben per se nichts mit Rassismus zu tun, sie sind das Ergebnis einer falschen Politik, und die zu attackieren ist die ureigene Aufgabe der Linken."